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Herbst-Spaß mit langer Tradition aus Fernost

Der Herbst ist da und mit ihm auch die stürmische Jahreszeit. Der richtige Zeitpunkt also, um seinen alten Drachen aus dem Keller hervorzukramen, ihn wieder flott zu machen oder sich einfach einen Neuen zu basteln. Das ist gar nicht so schwer: Ihr braucht dazu nur Folie, eine lange Schnur, Kleber, Holzstäbe und Farbe. Mit ein bisschen Geschick, Fantasie und wenigen Handgriffen habt ihr schnell einen ganz individuellen Drachen gezaubert. Schaut doch mal im Internet nach einer passenden Anleitung oder bittet eure Eltern um Hilfe.

veröffentlicht am 14.10.2011 um 06:00 Uhr

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Die Tradition des Drachen steigen Lassens kommt aber gar nicht aus Europa. Sie stammt vermutlich aus dem fernöstlichen China und ist schon sehr alt. Bereits im 5. Jahrhundert vor Christus wurden Drachen dort erstmals geschichtlich erwähnt. Damals wurden sie noch aus kostbaren Materialien hergestellt – aus Seide und Bambusstäben nämlich.

Diese teuren Materialen wurden später jedoch durch Papier ersetzt. Im Zuge des Papierhandels im 2. Jahrhundert vor Christus kam es zu einer Verbreitung der Drachen-Tradition nach Japan und Korea. Zu dieser Zeit dachten die Menschen, dass die Drachen Wünsche und Bitten zu den Göttern in den Himmel tragen.

Doch hatte ein Drachen damals auch noch eine andere Funktion: In alten japanischen Kriegen sollten sie den Gegnern Angst machen. Dazu wurden Gegenstände an den Himmelsgleitern befestigt, die unheimliche Geräusche erzeugten. In der Nacht wurden diese dann vom Heerführer über den Feinden steigen gelassen. Diese glaubten daraufhin, von bösen Geistern angegriffen zu werden.

Nach Europa kam die Drachen-Tradition erst sehr spät. Der Handel mit fernöstlichen Ländern im 16. Jahrhundert nach Christus brachte ihn zu uns. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren die Drachen schließlich als Kinderspielzeug in ganz Europa verbreitet. Doch auch als Sportgerät werden sie bei uns vielfach genutzt, zum Beispiel beim Kitesurfen. st/jbr

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