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Unternehmen nennt Eröffnungstermin vorher / Kritik an neuem Baumarkt

"Hellweg" pokert weiter - mit Erfolg: Nutzungsänderung genehmigt

Bad Nenndorf (fox). "Ideen muss man haben". Das Motto des Baumarkt-Riesen "Hellweg" trifft die Strategie der Dortmunder Kette ziemlich genau auf den Punkt. Nach der Baugenehmigung für eine Lagerhalle errichtete "Hellweg" gleich den kompletten Markt an der Bückethaler Landwehr und überbrückte mit diesem Kunstgriff lange politische Entscheidungswege. Wie der Konzern gestern mitteilte, wird am Montag um 7 Uhr eröffnet. Grundlage dafür ist die Genehmigung der Nutzungsänderung von Lagerhalle auf ein Bau- und Gartencenter, die der Landkreis Schaumburg gestern Nachmittag erteilt hat - die Rechnung ist also aufgegangen.

veröffentlicht am 27.09.2007 um 00:00 Uhr

"Herzlich willkommen" - der "Hellweg"-Marktöffnet am 1. Oktober.

Es hätte auch schief gehen können", kommentierte der Pressesprecher des Landkreises, Klaus Heimann, telefonisch das Vorgehen von "Hellweg". Die Beurteilungen der Genehmigungsbehörde seien nüchtern getroffen worden mit dem Ergebnis, dass das Vorhaben mit dem Bebauungsplan übereinstimmt. Dass "Hellweg" risikobereit agiert hat, verkennt der Pressesprecher nicht. Selbst, als am Mittwoch die Eröffnung per Zeitungsanzeige bekannt gemacht wurde, habe "Hellweg" noch keine Kenntnis von der gestern ergangenen Genehmigung gehabt, beteuerte Heimann. Selbst der Landkreis-Sprecher war gestern Morgen davon ausgegangen, dass der Antrag noch in der Prüfung sei. "Hellweg"-Prokurist Franz Dressel hatte also den "richtigen Riecher". "Als in der vergangenen Woche Signale kamen, dass die Genehmigung nur noch der Schriftform bedarf, haben wir den Termin festgelegt." Was bei der "Hellweg"-Geschäftsführung in Dortmund für Erheiterung gesorgt haben dürfte, trifft in Barsinghausen einen wunden Punkt. Die Stadt hatte bereits vor Wochen eine Anwaltskanzlei damit beauftragt, eine Klage gegen die Genehmigung des "Hellweg"-Marktes zu prüfen. "Wir haben noch keine neuen Erkenntnisse", sagte Bürgermeister Walter Zieseniß gestern auf Anfrage. An der "ablehnenden Haltung" Barsinghausens zu dem Baumarkt habe sich nichts geändert. Die Stadt befürchtet Kunden-Einbußen der Geschäfte in der Deisterstadt - auch vor dem Hintergrund möglicher weiterer gewerblicher Konkurrenz in Waltringhausen. Am Montag will sich Zieseniß mit dem Rechtsberater der Stadt sowie Stadthagens Bürgermeister Bernd Hellmann zu einem Gespräch treffen, um das weitere Vorgehen zu klären. Im Vorfeld hatte es auch aus der Kreisstadt Kritik an den Plänen für die Bückethaler Landwehr mit einem großflächigen Einzelhandel gegeben. Gestern wollte Hellmann sich mit Verweis auf das Gespräch am Montag jedoch nicht zu der Thematik äußern. Für Zieseniß nicht grundlos. Er mutmaßte, dass Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier hinter dem "Hellweg"-Projekt stehe und deshalb ein allzu großes Aufbegehren aus der Kreisstadt verhindern wolle. Das "Hellweg"-Thema berührt nicht nur die Nachbarstädte. Harald Brunkhorst, Eigentümer einer an das "Hellweg"-Grundstück angrenzenden Fläche, sieht sich empfindlich benachteiligt. Denn um eine Genehmigung für die Flächennutzungsplanänderungen an der Bückethaler Landwehr zu bekommen, stimmte der Rat der Stadt BadNenndorf am 26. Juli einer Veränderungssperre für den Bebauungsplan "Bei der Piepmühle" zu. Brunkhorst, Inhaber des Hagebaumarktes an der Rot-rehre, wehrte bereits am 16. Juli mit einem schriftlichen Widerspruch gegen diese Veränderungssperre. Er will wissen, weshalb ihm erst das Baurecht für einen Baumarkt mit Gartencenter entzogen und nun auf einem Nachbargrundstück selbiges einem Mitbewerber zugesprochen wurde -bei Einrichtung einer Veränderungssperre zu seinen Lasten. Brunkhorstäußerte sich am Montag nur knapp zu dem Thema. Sicher ist, dass der Widerspruch rechtlich gegenstandslos ist, da dieser vor Beschluss der Veränderungssperre und somit vor Wirksamkeit erfolgt war. Einen weiteren Widerspruch wolle er zunächst nicht einlegen. "Ich warte ab, wie sich die Lage entwickelt. Dafür habe ich ein Jahr Zeit."



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