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Stellenanzeigen, aber kein Bauantrag

Hellweg plant Eröffnung für den Spätherbst

Bad Nenndorf (rwe). Die Dortmunder Baumarktkette "Hellweg" will im Sommer mit den Arbeiten für den neuen Bau- und Gartenmarkt an der Bückethaler Landwehr beginnen. Um dies zu gewährleisten, hat das Unternehmen beim Landkreis den Bau einer Lagerhalle auf der Fläche beantragt. Denn ein Baumarkt ist auf dem Eckgrundstück an der B 442 noch nicht zulässig. Das Bebauungsplanverfahren dazu kommt gerade erst in Gang.

veröffentlicht am 08.02.2007 um 00:00 Uhr

Beim Bau eines Baumarktes läuft nicht immer alles nach Plan. Diese Erfahrung ist für Franz Dressel, Prokurist bei "Hellweg", nicht neu. Seine Firma expandiert, um fünf neue Standorte kümmert sich Dressel nach eigenen Worten derzeit. In Langenhagen bei Hannover hat der Bau eines neuen Marktes gerade begonnen. So weit wollte er in Bad Nenndorf eigentlich auch schon sein. "Wir konnten den alten Zeitplan nicht halten, aber das ist kein Einzelfall", sagt er. Deshalb hat das Unternehmen das Ziel mittlerweile "neu definiert". Baubeginn im Sommer 2007, Eröffnung im Spätherbst. Zwar schaltet er bereits Stellenanzeigen für den geplanten, 10 200 Quadratmeter großen Bau- und Gartenmarkt, doch dem Landkreis liegt bisher nicht einmal ein Bauantrag vor, jedenfalls keiner für den gewünschten Baumarkt. Der wäre auch noch gar nicht genehmigungsfähig. Denn erst muss die benachbarte Fläche der Familie Brunkhorst an der Bundesstraße 65 ihr Baurecht für einen Baumarkt verlieren. Der Landkreis hätte sonst raumordnerische Bedenken. Zwei benachbarten Baumarktflächen will die Behörde in Stadthagen nicht zustimmen. Das hat sie in Abstimmungsgesprächen mit der Kommune und dem Unternehmen deutlich gemacht. Das ist auch politisch nicht gewollt. Der Planungsausschuss der Samtgemeinde Nenndorf hat die ersten Schritte eingeleitet. Die Politiker stimmten jetzt nicht nur dem geänderten Flächenplan zu, der den Bau- und Gartencenter an der Bundesstraße 442 ermöglicht. Zugleich sollen die benachbarten Flächen in dem Gebiet an der Bückethaler Landwehr künftig als "Sondergebiet" dem "innenstadtverträglichen großflächigen Einzelhandel" zur Verfügung stehen. "Das ist eigentlich nur eine Formalie, die muss aber geklärt werden", sagt Dressel. Das Verkehrs- und das Lärmgutachten sind fertig. "Das ist alles positiv." Er ist daher zuversichtlich, dass die planungsrechtlichen Voraussetzungen früh genug vorliegen und er seinen Bauantrag auf einen Baumarkt rechtzeitig stellen kann. Es bliebe vermutlich auch genügend Zeit für die Genehmigung bis zum Baubeginn im Sommer. Für den Fall, dass die Verfahren länger dauern, hat Dressel allerdings vorgesorgt. Da es sich bei dem Areal derzeit noch um eine reine Gewerbefläche handelt, hat sein Unternehmen dort lediglich eine Lagerhalle beantragt. Im Notfall will "Hellweg" auf dieser Grundlage mit den Fundament- oder Pflasterarbeiten beginnen. "Das ist aber nur eine Art Sicherheitsnetz", betont Dressel, der sich auch auf die Suche nach Mitarbeitern macht. "Die müssen geschult und in unseren Filialen eingearbeitet werden." Er rechnet mit insgesamt 50 Arbeitsplätzen für den Standort. In der Nenndorfer Politik wird der Kunstgriff mit der Lagerhalle jedoch skeptisch betrachtet. In der Sitzung des Planungsausschusses hegte WGN-Ratsherr Frank Steen arge Bedenken. Er verwies auf die Bauordnung. Seiner Ansicht nach handelt "Hellweg" ordnungswidrig, wenn das Unternehmen zwar einen Baumarkt will, nun aber die Lagerhallen-Pläne vorlegt, um vorzeitig eine Genehmigung zu erwirken. Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese enthielt sich dazu eines Kommentars und verwies auf den Landkreis als zuständige Behörde. Dort wird der Antrag derzeit geprüft. Das Unternehmen bekäme dort wenn auch nur die Lagerhalle genehmigt, sagt Landkreis-Sprecher Klaus Heimann. Ob es später auch eine Erlaubnis für einen Baumarkt gibt, sei damit nicht gesagt. "Das Risiko trägt dann allein das Unternehmen."

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