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Hausbesitzer wollen raus aus der Kostenspirale / Energiespartag zeigt Möglichkeiten dazu auf

"Heizkosten sind zur zweiten Miete geworden"

Heeßen (sig). Explodierende Preise, Abschröpfmentalität - das sind die Schlagworte, die immer wieder zu hören sind, wenn über die gestiegenen Ausgaben für Öl, Gas und Benzin gesprochen wird. Der Zorn darüber wächst, und damit auch das Nachdenken über Alternativlösungen. Eine ganze Reihe nachdenkenswerter Antworten hat der "Energiespartag" gebracht, den der SPD-Samtgemeindeverband am Sonnabend im "Heeßer Krug" ausgerichtet hat.

veröffentlicht am 27.05.2006 um 00:00 Uhr

Mit Hilfe eines Leuchtkastens wird die Funktionsweise einer Sola

Heimische Firmen zeigten den Besuchern Wege auf, wie man künftig Heizkosten sparen kann. Das geht natürlich nicht ohne Investitionen. Aber wer den Rechenschieber anlegt, dem wird schnell klar, dass es Auswege aus der irren Preisspirale gibt, in die wir hinein geraten sind. Von denen, die eine Beratung suchten, war immer wieder zu hören, dass sie dem "freien Spiel der Kräfte auf dem Energiemarkt" nicht mehr trauen. "Wir werden immer mehr zu Opfern der Spekulanten, die den Hals nicht voll bekommen können", sagte ein erzürnter Hausbesitzer. Wenn zu lesen sei, dass in den USA die Erdölvorräte vorübergehend zurückgegangen seien oder irgendwelche Verwicklungen mit den Lieferländern drohten, dann schnellten die Preise sofort in die Höhe, beklagte ein anderer Besucher. Nach einer vorübergehenden Beruhigung an der Energiefront werde nur ein Bruchteil des Kostenanstiegs zurückgenommen. "Bei unserer ersten Veranstaltung dieser Art im Jahre 2001 waren diese Probleme längst nicht so brennend wie heute, wo die Heizkosten schon zur zweiten Miete geworden sind", sagte Bezirksschornsteinfegermeister Kai Alack aus Heeßen, einer der Initiatoren des zweiten Energiespartages. Von E.on liege bereits die nächste Botschaft auf dem Tisch, dass der Gaspreis um weitere 15 Prozent steigen solle. Offensichtlich verstärkt auch die ab 2007 anstehende Erhöhung der Mehrwertsteuer das Nachdenken und die Handlungsbereitschaft der Familienvorstände. Man möchte raus aus der Abhängigkeit von Entscheidungen, die sich entweder an der Börse oder in den Zentralen der Energieversorger abspielen. Da reicht offensichtlich der übliche technische Fortschritt bei der Heizungstechnik allein nicht mehr aus. "Wir sind da fast an Grenzen angelegt; die Heizungen laufen schon weitgehend optimal und nutzen die Energie sehr gut aus", stellte Kai Alack fest. Als wichtigen und notwendigen Schritt sehen die Aussteller den Energiepass an, der künftig bei jedem Verkauf, Verpachten oder Neuvermieten vorliegen soll. Er kann Auskunft darüber geben, wie viel Energie pro Quadratmeter eines Hauses oder einer Wohnung verbraucht wird. Entsprechend dem damit verbundenen Arbeitsaufwand soll dieser Pass zwischen 150 und 400 Euro kosten. Solche Untersuchungen zeigen, wo Schwachstellen liegen, etwa im Dach, in den Außenwänden, in den Fenstern und Türen oder auch im Keller. Die Handwerker, die in und rund um das Haus tätig sind, hoffen mit der Einführung des Energiepasses auf große Chancen und Potenziale bei Energie sparenden Sanierungen und Modernisierungen. Es kommt dann für die Haus- und Wohnungsbesitzer darauf an, die jeweils wirtschaftlichste Lösung zu finden. Das können Wärmepumpen sein, die Energieaus Luft, Wasser und aus der Erde gewinnen. Ebenso gefragt sind Solar- oder Photovoltaik-Anlagen, mit denen Strom erzeugt wird. Einsparungen werden ebenso erzielt durch das Verwerten der Restwärme in der Abluft, die mit Hilfe eines Wärmetauschers zu einer besseren Ausnutzung der Heizung führt. Immer gefragter sind moderne Öfen und Kamine, die mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz oder mit aus Holzspänen hergestellten Pellets beheizt werden. Schließlich kann auch die richtige Dämmung eines Gebäudes viel Geld sparen. Nachteilig wäre die unzureichende Lüftung. Aber auch dafür bot der Energiespartag eine Lösung: ein spezielles Gerät, das die kalte Außenluft vorwärmt, filtert und für gleichmäßige Frische sorgt. Wichtiger Nebeneffektfür Allergiker: Pollen und Staubpartikel bleiben draußen.

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