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Entscheidung vertagt: Werksausschuss verweist Antrag der Naturschützer in die Fraktionen

Heißes Eisen: Politiker brüten über Brenntagen

Samtgemeinde Rodenberg (bab). Eine Entscheidungüber die Brenntage in der Samtgemeinde Rodenberg gibt es bisher nicht. Der Werksausschuss des Samtgemeinderates hat beschlossen, die Beratung darüber in die Fraktionen zu verweisen. Die Verwaltung wurde beauftragt, bei der AWS auszuloten, ob es Möglichkeiten für zusätzliche Abfuhren gibt.

veröffentlicht am 14.05.2008 um 00:00 Uhr

Bis zur nächsten Brennsaison im Herbst ist noch Zeit. Diese sollen die Fraktionen im Samtgemeinderat zur Meinungsbildung nutzen. Das hat die Sitzung des Werksausschuss ergeben. Der Nabu (Naturschutzbund Deutschland, Ortsgruppe Rodenberg) hatte angeregt, die Brenntage abzuschaffen. Im Ausschuss diskutierte die Politik das Für und Wider. Auch Interessenvertreter aus der Landwirtschaft und des Nabu wurden angehört. Der Vorsitzende der Nabu-Gruppe, Gerhard Hurek, vertrat die Haltung der Naturschützer vehement. "Haben die Ratsherren alles getan, um das Höchste, was wir haben, unsere Umwelt, zu schüt- zen?", fragte Hurek und beantwortete sich die Frage gleich selbst: "Ich muss sagen, nein!" Der Nabu-Vorsitzende zog Vergleiche zu anderen Kommunen, die nach seiner Meinung strengere Regelungen haben, beispielsweise weniger Termine pro Jahr. Der leicht provozierende Ton, den Hurek anschlug, veranlasste Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann, selbst Nabu-Mitglied, die Bremse zu ziehen. Ratsherrenschelte sei nicht angebracht. Über diesen Punkt sei man im Nabu seit Jahren hinaus. Der Samtgemeinde liege daran, eine Lösung zu finden, die für alle akzeptabel sei. Einig sind sich Verwaltung und Politik, dass die derzeitige Praxis zu wünschen übrig lässt, weil sich viele nicht an die Regeln halten. Werksausschussvorsitzender Herbert Weibels (SPD), der das Nabu-Anliegen "nicht unberech- tigt" findet, bedauerte, dass nicht alle Gartenbesitzer die Brenntage verantwortlich handhaben. Friedrich-Wilhelm Platte (CDU) aus Hülsede forderte, darauf zu drängen, dass "die Bevölkerung die satzungsgemäßen Bestimmungen einhält". In Lauenau könne man teilweise nichts mehr sehen vor Rauch, berichtete der Bürgermeister des Fleckens, Heinrich Laufmöller (SPD). "Einige halten sich nicht daran. Es ist aber ungerecht, allen, die das anständig machen, den Garaus zu machen", findet Friedrich-Wilhelm Platte (CDU) aus Pohle. "Wir müssen versuchen, das einzuschränken. Ganz abschaffen - ich glaube, das geht nicht", meinte auch der Algesdorfer Wilhelm Hartmann (SPD). Für Landwirtschaft und Jagdgenossenschaft wies Horst Pfingsten aus Algesdorf auf die besonderen Bedingungen von Eigentümern mit großen Flächen und Bestand hin. Die Verwaltung hatte angeregt, mit der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWS) über zusätzliche Abfuhren zu verhandeln. Das sei für Landwirte zu teuer, argumentierte Pfingsten. Heilmann schlug vor, alles, was unter Landschaftspflege zu subsumieren ist, gesondert zu behandeln. Dennoch solle der Nabu-Antrag ernst genommen werden. Eine Feinstaub- und Umweltdiskussion würde er nicht führen wollen, sagte Heilmann auf die Nabu-Argumente,die von Hurek und Kai Kietzke vorgetragen wurden. Dann müsse über alle, die in ihren Kaminen und Öfen Feststoffe verbrennen, geredet werden. "Wir sind alle nicht Fach- mann", so der Samtgemeindebürgermeister. Der Ausschuss einigte sich darauf, das Thema zur Beratung in die Fraktionen zu verweisen. Die Verwaltung wurde beauftragt, bei der AWS nach zusätzlichen Sonderabfuhren zu fragen.



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