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Er trommelte 1953 den Schießclub zusammen / Skeptische Reaktionen nach Ende des 2. Weltkrieges / Verein feiert im Juni 60-jähriges Bestehen

Heinrich Schumacher seit 60 Jahren erfolgreicher Sportschütze

Hachmühlen (gho). Wie kein anderer verkörpert Heinrich Schumacher hierzulande das deutsche Schützenwesen, und zwar weit über seinen Wohnort und den Landkreis hinaus. Jetzt erhielt er auf der Jahreshauptversammlung die Ehrung für seine 60-jährige Mitgliedschaft sowohl im Verein als auch im Deutschen Schützenbund.

veröffentlicht am 14.02.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 19:41 Uhr

Der Jubilar und Mitbegründer des Hachmühler Schützenvereins erinnert sich noch gut, wie es dazu kam, in einer schwierigen Zeit erst acht Jahre nach dem Krieg, als alle Welt noch die „Nase voll hatte von Waffen und Uniformen“, im kleinen Doppelort Hachmühlen-Neustadt einen Schießclub aus der Taufe zu heben. Schumacher, Jahrgang 1929, hatte sich durch viele Gespräche mit seinem Schwiegervater Heinrich Menze und dessen hannoverschen Angelfreund und Schießsportfan Charlie Hartmann von der Idee inspirieren lassen, einen Schützenverein zu gründen.

Es wurden eine Handvoll Gleichgesinnter zusammengetrommelt und am 11. Juni 1953 im Gasthaus Pape die Gründungsversammlung anberaumt. Viele Dorfbewohner tippten sich an den Kopf und gaben dem noch winzigen Verein keine lange Lebensdauer, zumal es noch nie einen solchen Verein hier gegeben hatte. Doch es kam anders: die Schützen hatten Zulauf, wuchsen rapide und konnten es sich bald leisten, auch Anträge auf Mitgliedschaft abzulehnen. Dadurch bekam der Klub für Außenstehende einen gewissen elitären Anstrich.

Wie auch immer, es entwickelte sich ein regelmäßiger Übungsbetrieb auf Papes Saal mit anfangs nur zwei Luftgewehrständen. Auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz und jährlich wurde zum Schützenball oder zum Zeltfest eingeladen. „Heute alles undenkbar bei dem gesellschaftlichen Wandel und schrumpfenden Mitgliederzahlen“, resümiert der Jubilar.

„Heini“ Schumacher verweist heute nach seinen sechs Jahrzehnten als Sportschütze auf eine ebenso lange Liste seiner Erfolge vor den Scheiben: 60-mal nahm er an Kreismeisterschaften teil und kassierte ebenso viele Gold- oder Silbermedaillen, viele Male wurde er Vereinsmeister, Schützenkönig oder Alterskönig.

Als Krönung seiner Laufbahn aber betrachtet Schumacher seine Qualifikation zur Teilnahme an den deutschen Meisterschaften 2003 in Dortmund. Hier bewies er auch unter der Konkurrenz von 800 Teilnehmern ein sicheres Auge und eine ruhige Hand und erzielte den 36. Platz in Luftgewehr-Auflage der Altersklasse. Dass viele langjährige Freundschaften durch das Vereinsleben entstanden, hebt der Jubilar ebenso hervor, gleichzeitig bedauert er, schon viele Kameraden verloren zu haben.

Beim Jubiläumsfest im Juni wird der Verein sein 60-jähriges Bestehen im Schützenhaus gebührend feiern, wie Vorsitzender Holger Schmolke unter anderem in seinem Ausblick aufs neue Jahr bekannt- gab. Außer Schumacher wurden für langjährige Vereinstreue Angela Kilian, Sarah Schmolke, Stefan Kilian, Thies Jädtke, Fritz Olesch, Helga Thormann und Horst Freutel gedankt.



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