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Kostenlos zum Bezahlsender: Millionenschaden für TV-Betreiber / Cards nach Polen verkauft

Heimische Hacker knacken "Premiere"-Code

Minden. Die Code-Cards des TV-Anbieters Premiere sowie eines weiteren holländischen Bezahl-Senders sollen zwei Männer aus dem Kreis Minden-Lübbecke geknackt haben. Die Anzeigenerstatter gehen dabei von einem Millionenschaden aus.

veröffentlicht am 13.02.2008 um 00:00 Uhr

Autor:

Ulrike Mißbach

"Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt bereits seitüber einem Jahr wegen ,Ausspähen von Daten' und ,Computerbetrug', erklärt Oberstaatsanwalt Reinhard Baumgart auf Anfrage des Mindener Tageblattes. Die beiden Männer, die nach Informationen der Zeitung aus dem Raum Hille stammen sollen, haben die Code-Cards geknackt und sie anschließend nach Polen weiter verkauft, heißt es. Premiere hat in Deutschland undÖsterreich rund 4,3 Millionen Abonnenten und bietet acht TV-Pakete pro Monat an. Kunden müssen eine so genannte Smart Card in ihren Empfänger stecken, um das Programm von Premiere empfangen zu können. Der Sender will nun neue Smart Cards an seine Kunden verschicken, um die Sicherheitslücke aufdiese Weise zu schließen. Nachdem Premiere 2006 Anzeige erstattet hatte, ging bei der Staatsanwaltschaft eine weitere Anzeige eines niederländischen Bezahl-Senders ein. "Die Geschädigten gehen von einem Schaden in Millionenhöhe aus", erklärt Reinhard Baumgart. Die tatsächliche Höhe stehe aber zurzeit noch nicht fest, sondern müsse erst genau ermittelt werden, so der Staatsanwalt. Je nach Schadenshöhe sowie der Antwort auf die Frage, ob die Täter vorbestraft seien oder nicht, drohe den beiden Männern eine Freiheitsstrafe zwischen drei und fünf Jahren, erklärt Baumgart weiter. Im August 2006 sei erstmals Anzeige erstattet worden, bestätigt Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Polizei Minden-Lübbecke. Im Rahmen der weiteren Ermittlungen habe sich das Verfahren ausgedehnt und schließlich immer größere Dimensionen angenommen, führt der Pressesprecher weiter aus. Einige Monate später sei es dann zu einer Hausdurchsuchung durch die Polizei gekommen, bei der schließlich Unterlagen und Computer sichergestellt wurden. "Zurzeit laufen weitere Ermittlungen", so Ralf Steinmeyer. Unterstützt werden die heimischen Beamten insbesondere bei der Auswertung der sichergestellten Computer und der Software von Beamten des Landeskriminalamtes in Düsseldorf.



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