weather-image
14°
Gespräche am Redaktionstelefon: Was unseren Lesern auffiel, missfiel und gefallen hat

Heidnische Bräuche und kulturvolle Vandalen

Rinteln (ur). Gern liest Frau Werth aus Möllenbeck die Fortsetzungsromane in unserer Zeitung und lässt sich bei Abwesenheit die Folgen sogar zurücklegen. Auch in den neuen Roman "Wölfe und Lämmer" von Susanne Mischke hat sie sich inzwischen ganz gut eingelesen: "Aber was mir nicht gefällt, das ist die allzu häufige Verwendung von umgangssprachlichen Begriffen aus dem Bereich der Sexualität." Man solle doch in einer seriösen Zeitung auf solche Ausdrücke verzichten.

veröffentlicht am 04.04.2007 um 00:00 Uhr

Ina Kordes aus Extertal bedauert, dass es in Rinteln keine zentrale Stelle gibt, wo man sich auf einem Blicküber Veranstaltungen, Konzerte, Vorträge, Kinoprogramm, Weserschifffahrt und verschiedene Öffnungszeiten informieren könne: "Wenn man als Auswärtiger in die Stadt kommt und spontan etwas unternehmen will, fehlt einem einfach die Übersicht." Ihrer Meinung nach sollte so eine Tafel oder Litfaßsäule am besten auf dem Marktplatz stehen. "Das muss auch nicht groß sein - eine Liste auf zwei oder drei Din-A-4-Blättern würde wohl reichen!" Ein positives Erlebnis hatte Dorothea Erdniß auf dem Heimweg vom Gottesdienst: "In der Stadt beobachteteten wir missbilligend, wie ein kleiner weißer Hund sein Geschäft auf der Straße verrichtete. Wir waren dann aber positiv überrascht: Der Halter war auf so etwas bestens vorbereitet, holte eine Tüte aus der Tasche und entfernte die Hinterlassenschaften seines Vierbeiners mit erfreulicher Selbstverständlichkeit!" Beim aufmerksamen Lesen unserer "Freizeit"-Seiten vom letzen Wochenende entdeckte Erwin Ulbrich aus Engern dort die Namens-Schreibweise "Leipniz". Gemeint war aber eindeutig der Mathematiker und Philosoph Gottfried-Wilhelm Leibniz aus Hannover, nach dem nicht nur die berühmten Butterkekse benannt sind, sondern auch eine Akademie, die ihre Arbeit im Geiste dieses Universalgelehrten zu führen beansprucht. Siegfried Gehrke kann es nicht mehr so ohne weiteres verstehen, wenn auch in unsere Zeitung immer wiederüber Vandalismus geklagt wird: "Wie ich mich letztens bei einer Ausstellung in Schloss Bevern überzeugen könnte, verfügte der germanische Volksstamm der Vandalen über eine kulturell hochstehende Ordnung, die keineswegs mit dem chaotischen Treiben irgendwelcher destruktiver Rüpel gleichzusetzen ist. Es käme doch heute auch niemand mehr auf den Gedanken, von Judenschule oder polnischer Wirtschaft zu reden!" Angesichts des bevorstehenden Osterfestes warnt Irene Rütting aus Rinteln vor den Osterfeuern - und das ausdrücklich nicht nur, weil diese ökologisch bedenklich seien und womöglich auch Kleintiere dabei ums Leben kommen, die zwischen den Ästen und Sträuchern Unterschlupf gesucht haben: "Ob es wohl Gott gefällt, dass wir uns Christen nennen, heidnische Feste feiern und heidnischen Bräuchen frönen, das Passahfest aber, an dem Jesus Christus für uns geopfert wurde, außer Acht lassen?" Sie verweist dazu auf 1. Korinther 5, Vers 7 und die Tradition der Urchristen, das Passahfest zu begehen und nach drei Tagen und drei Nächten ab Grablegung die Auferstehung zu feiern. Was zwischenzeitlich aus dem Bergrennen in Westendorf geworden sei, möchte Brigitte König aus Rinteln wissen. Schließlich habe sie sich als Interessentin eigens dafür schon zwei Klappstühle gekauft. Eine Antwort können wir ihr allerdings noch nicht geben - die Diskussion um die Genehmigung ist noch nicht abgeschlossen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare