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Kreistag verabschiedet Resolution

Heftige Kritik an geplanter Salzeinleitung

Landkreis (jl). Der Schaumburger Kreistag macht Druck auf die hessische Landesregierung. Diese soll gemäß einer einstimmig verabschiedeten Resolution verhindern, dass die Firma Kali und Salz (K+S) jährlich 700 000 Kubikmeter Salzlauge in die Werra einleitet. In der Debatte fielen von Rednern aller Fraktionen harsche Worteüber die Pläne aus Hessen.

veröffentlicht am 03.03.2007 um 00:00 Uhr

Ewald Waltemathe (SPD/FDP) wies darauf hin, dass bei einer Genehmigung des K+S-Antrages Jahre lange Bemühungen und damit verbundene Investitionen in Millionenhöhe der Weseranrainer für die Verbesserung der Wasserqualität "ernsthaft in Frage gestellt" würden. Flüsse dürften nicht als "Abwasserkanäle missbraucht" werden. Günther Maack (CDU) packte die Antragstellerin gewissermaßen an den eigenen Hörnern. Er verwies auf die K+S-Selbstdarstellung, worin die Firma sich als "führendes Entsorgungsunternehmen" bezeichne. "Bei diesem umfangreichen Know-how muss es doch möglich sein, die eigenen Abwässer korrekt zu entsorgen", schimpfte der Rintelner Kreistagsabgeordnete. "Früher nannte man das Brunnenvergiftung", schloss Michael Dombrowski (Grüne/WIR) seine Ausführungen. Er machte deutlich, dass "wir hier keine akademische Debatte führen". Dombrowski sah das Rintelner Trinkwasser in Gefahr. Es werde zum Teil aus dem Uferfiltrat der Weser gewonnen. Um die Qualitätbei höherer Salzbelastung zu halten, seien hohe Investitionen in die Brunnen nötig. In der von der Wählergemeinschaft Schaumburg beantragten Resolution fordert der Landkreis die niedersächsische Landesregierung auf, bei den hessischen Behörden eine Beteiligung aller von der Salzeinleitung betroffenen Weseranrainer am weiteren Verfahren einzufordern. K+S wird aufgefordert, die Salzabfälle umweltgerecht zu entsorgen, zum Beispiel durch Verpressen im ausgebeuteten Untertagebau.

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