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Großprojekt muss bis zum DLRG-Kongress fertig werden / Asbestverseuchte Platten entsorgt

Haus Kassel: Bauarbeiter im Terminstress

Bad Nenndorf (fox). Den Arbeitern auf der "Großbaustelle Haus Kassel" steht der Zeitdruck ins Gesicht geschrieben, Projektleiter Björn von Boetticher vom hannoverschen Architekturbüro "Venneberg und Zech" könnte sich eine Wohnung nehmen in der Kurstadt, so häufig ist er in den vergangenen Tagen dort gewesen. Der Termindruck für alle Gewerke ist hoch: Am 15. November muss ein Großteil der Arbeiten erledigt sein. Dann beginnt in Tagungszentrum und Wandelhalle der DLRG-Kongress.

veröffentlicht am 25.10.2007 um 00:00 Uhr

In der Schwebe: Ein Arbeiter einerFrankfurter Firma installiert

Nicht nur die bodenbedingte Bauverzögerung von rund drei Wochen muss eingeholt werden. Zusätzlich gibt es auch noch Lieferverzug in vielen Bereichen. Das Becken für den Trinkbrunnenraum wird später als geplant fertig. Zudem hat sich die Lieferung der hohen Glasscheiben für den Verbindungsbau zwischen Wandelhalle und Tagungszentrum verzögert. "Aber die kommen noch in dieser Woche", sagt von Bötticher erleichtert. Die Scheiben lassen dort bald die Sonne rein, wo derzeit noch grüne Plane die filigran konstruierten Fensterelemente verhüllt. Die Elemente stehen bereits, dahinter geht es hektisch zu. Fliesenleger Martin Rietz und dessen Kollegen kleben dort emsig eine Travertin-Platte nach der anderen auf den Estrich. Ein weiteres Unternehmen ist mit trockenbauarbeiten beschäftigt, stellt Wände auf und verputzt Rigipsfugen. Der Durchbruch zur Wandelhalle ist bereits vollzogen. "Wir schaffen das bis zum 15. November, anders geht es auch nicht", so der Projektleiter. Denn dann strömen hunderte Menschen beim DLRG-Kongress durch Tagungszentrum und Wandelhalle. Der gesamte Haus-Kassel-Komplex ist derzeit eine Großbaustelle. Das alte Gemäuer ist bereits vollständig eingerüstet. An der Rückseite im Innenhof reißt das Hagenburger Unternehmen Schaer in diesen Tagen auf 300 Quadratmetern Asbestverseuchte Platten sowie Holzunterkonstruktion ab - tonnenweise. In den nächsten Wochen beginnen dort die Fassadenarbeiten. Die alte Farbe muss abgewaschen werden, später werde ein diffusionsoffener Mineralanstrich aufgetragen. "Die Fassade muss atmen können", sagt von Bötticher. In Absprache mit der Denkmalschutzbehörde des Landkreises werde sehr wahrscheinlich eine Wärmedämm-Verbundschicht aufgebracht. Die Oberfläche soll so verputzt und gestrichen werden, dass später kein Unterschied zum Originalzustand erkennbar ist. Im Haus reißen Arbeiter die Kellerdecke und Wände ein, um Platz zu schaffen für den Trinkbrunnenraum. Doch bis das heilsame Schwefelwasser endlich sprudelt, vergehen noch einige arbeitsreiche Tage. Exakte Termine nennen, das will der Projektleiter derzeit lieber nicht. Doch in einem Punkt ist sich Björn von Bötticher sicher: "Wir werden mit diesem Bau noch diesem Jahr fertig."

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