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Awo-Vorsitzende Margarete Stüber wird von SPD-Plänen überrascht: "Das kommt ganz urplötzlich"

Haus der Begegnung: Abriss nicht abgesprochen

Rodenberg (bab). Die Awo ist als Mieterin offensichtlich von den Plänen zum Abriss des Hauses der Begegnung überrascht worden. Dies äußerte die Vorsitzende Margarete Stüber. SPD-Frak tionsvorsitzender Hans-Dieter Brand, der die Pläne vorgestellt hatte, räumt ein, zwar nicht mit der Vorsitzenden gesprochen zu haben, aber dafür mit der Awo-Kassiererin Brigitte von Jaminet. Diese ist SPD-Fraktionsmitglied und Tochter von Stüber.

veröffentlicht am 19.12.2007 um 00:00 Uhr

Die Pläne zum Abriss des Hauses der Begegnung kommen für die Awo

"Mit mir hat keiner gesprochen", sagt Stüber aufgebracht, "es ist nie von Abriss die Rede gewesen. Das kam ganz urplötzlich." Ihr letzter Stand sei die Beratung Mitte September im Bauausschuss. Dort sei über den Zuschussantrag beraten worden, da die Awo den Fenstern und der Fassade einen neuen Anstrich verpassen wolle. Stüber geht davon aus, dass die Verhandlungen über den Abriss später im Verwaltungsausschuss getroffen worden sein müssen. Brand, der bei der SPD-Jahresversammlung das Vorhaben an dieÖffentlichkeit brachte, hatte versichert, sich mit der Awo abgestimmt zu haben. Auf Nachfrage räumt er ein, dass er lediglich mit von Jaminet gesprochen hat. "Sie ist eine maßgebliche Vertreterin der Awo und war in die Diskussion in der Fraktion eingebunden", erklärt Brand. Von Jaminet habe Zustimmung signalisiert. Er sei davon ausgegangen, dass sie die Sachlage mit der Awo-Vorsitzenden bespreche, gerade weil diese ihre Mutter sei. "Ich bin nicht die Awo", stellt von Jaminet klar. Sie habe Brand ihre persönliche Meinung mitgeteilt. "Meine Meinung ist genau die von meiner Mutter", sagt die Ratsfrau. "Ich habe wortwörtlich gesagt: Es tut mir furchtbar leid, an dem Haus hängt viel Herzblut, ich kann aber nicht verlangen, das Haus stehen zu lassen." Dass Brand ihre Reaktion als Zustimmung gewertet habe, resultiere wohl aus dem letzten Satz. Von Jaminet und Stüber halten die Idee nicht nur für fragwürdig, weil die Awo viel Geld und Eigenleistung in das Haus gesteckt habe, sondern auch, weil sie den neuen Vereins-Standort als ungünstig ansehen. Brand hatte vorgeschlagen, das ehemalige Asylbewerberheim zum Haus der Vereine umzubauen. "Da gehen unsere alten Leute doch nicht hin", sagen Mutter und Tochter unisono. Das sei viel zu weit weg. Brand meint, die Details könnten im Prozess geklärt werden. Der SPD-Fraktionsvorsitzende gibt einen Zeitraum von fünf Jahren an, in dem das Vorhaben umgesetzt werden würde. Es habe ihm deshalb vorerst gereicht, mit seiner Fraktionskollegin über das Grundsätzliche zu sprechen. "Die Stadt muss sich schämen", äußert Stüber ihre Meinung. "Wir haben nur über die Renovierung gesprochen. Es ging um 1500 Euro." 20 000 Euro habe die Awo in die Erhaltung des Hauses gesteckt. "Wir haben von der Stadt nichts genommen." Alles sei ehrenamtlich abgelaufen. Jetzt seien die Kosten aber zu hoch für den Verein gewesen. Auch wenn Brand ihr Parteigenosse sei, könne sie dieses Verhalten nicht akzeptieren.



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