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Kontrolle in Rintelner Autohaus: Verdacht auf Schwarzarbeit bestätigt / Osteuropäer hat sich abgesetzt

Hauptzollamt stellt 12 000 Zigaretten sicher

Rinteln (crs). Gleich einen doppelten Fang gemacht haben die Fahnder des Hauptzollamtes Hannover bei der Kontrolle eines Rintelner Autohauses am vergangenen Freitag. Die bei der Durchsuchung sichergestellten Dokumente bestätigen den von der Rintelner Polizei aufgeworfenen Verdacht auf Schwarzarbeit. Einen Zufallsfund machten die Ermittler außerdem in der Privatwohnung des Autohausinhabers: Dort entdeckten sie in einem Karton 12 000 unversteuerte Zigaretten.

veröffentlicht am 24.08.2006 um 00:00 Uhr

Um 10.30 Uhr stand das zehn Mann starke Team des Hauptzollamtes Hannover am Freitagvormittag mit einem Durchsuchungsbeschluss vor der Tür des Rintelner Autohauses. In den kommenden Stunden wurden in den Räumen zahlreiche Unterlagen sichergestellt. Etliche Aktenordner und die gespiegelten Festplatten von Computern haben die Ermittler mit nach Hannover genommen. Diese Beweise werden zurzeit ausgewertet. Auch wenn die drei mit dem Fall befassten Ermittler noch einiges zu bearbeiten haben: "An der Sache ist auf jeden Fall was dran", kann Pressesprecher Hans-Werner Vischer zum anfänglichen Verdacht auf Schwarzarbeit bereits jetzt mit Sicherheit sagen. Offenbar war in dem Autohaus ein Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum hinweg nicht zur Sozialversicherung angemeldet. Zudem soll der aus Osteuropa stammende Mann nicht im Besitz der erforderlichen Arbeitserlaubnis gewesen sein. "In welchem Umfang diese Vorwürfe zutreffen, das muss die Auswertung in den kommenden Tagen ergeben", sagt Vischer. Auf die Spur gebracht worden waren die Zollfahnder von der Rintelner Polizei. In einer anderen Angelegenheit war der Osteuropäer der Polizei aufgefallen; während dieser Ermittlungen kam der Verdacht auf Schwarzarbeit auf. Möglicherweise hat der Osteuropäer wegen seiner Schwierigkeiten mit der Polizei kalte Füße bekommen: Er ist mittlerweile jedenfalls auf und davon, die Zollfahnder haben bislang keine Hinweise auf seinen Aufenthaltsort. Für das Verfahren gegen den Autohaus-Inhaber spielt das Verschwinden des Schwarzarbeiters jedoch keine große Rolle: "Wir haben Unterlagen mit seiner Unterschrift drauf", sieht Vischer ausreichend Beweismittel. Die Zollbeamten der Finanzkontrolle Schwarzarbeitüberprüften außer den Räumen des Autohauses auch die Privatwohnung des Inhabers sowie eine weitere Wohnung. Dabei machten die Fahnder völlig überraschend einen weiteren fetten Fang: 12 000 unversteuerte Zigaretten unterschiedlicher Herkunft waren in einem Karton im Arbeitszimmer des Inhabers gelagert. "Damit haben wirüberhaupt nicht gerechnet", spricht Vischer von einem für die Fahnder glücklichen Zufallsfund, "solche Zigarettenfunde sind selten." Gegen den Autohaus-Inhaber wurde ein zweites Ermittlungsverfahren eingeleitet, das von der für Zigaretten zuständigen Zollfahndung in Bielefeld weiterbearbeitet wird. Der Inhaber des Autohauses schweigt bislang zu den Vorwürfen. In der Vergangenheit war er noch nicht auffällig geworden.

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