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Inge Lehmkuhl: "Alle rechtliche Möglichkeiten ausschöpfen"

Hattendorfer wehren sich

Hattendorf (la). Zahlreiche Hattendorfer sind mit dem Bau der geplanten 1,2 Megawatt-Biogasanlage auf dem Hof von Karl-Ludwig Oldendorf nicht einverstanden. Sie befürchten eine wesentlich höhere Verkehrsbelastung durch schwere Fahrzeuge, Geruchsbelästigung und eine Gefahr für ihre Gesundheit.

veröffentlicht am 10.05.2007 um 00:00 Uhr

Außerdem fühlen sich die Anwohner zu wenig informiert und in die Planungen einbezogen. Sie wünschen sich einen Runden Tisch mit allen Beteiligten und vor allem ein Gespräch mit dem künftigen Betreiber. "Die erlaubte 500-Kilowattanlage ist schon Belastung genug", stellt Walter Brandes-Voltmer, Anwohner des "Scheibenbrink" fest. Außerdem wisse man überhaupt nicht, was genau auf die Bürger zukommt. "Wir wissen nicht, wer dort welche Anlage baut und was genau verarbeitet wird", sagt Brandes-Voltmer. "Wenn da Gülle eingefüllt wird, ist der Gestank sicher nicht zu ertragen." Einige Hattendorfer hätten sich eine Biogasanlage in Lenthe bei Hannover angeschaut und sich dort informiert. "In der Trockenfermentierungsanlage werden 10 000 Tonnen Mais verarbeitet. Dazu müssen 100 Fahrzeuge täglich an sechs Tagen pro Woche das Material heranfahren", sagt Brandes-Voltmer. "Für uns wäre das einfach unzumutbar." Außerdem sieht der Anwohner eine hohe Explosionsgefahr, über die niemand spreche. "Es sind zu viele Fragen offen. Es fehlt an Transparenz bei der Planung, und wir fühlen uns völlig übergangen. Man hat das Gefühl, dass uns hier bewusst etwas verheimlicht werden soll", bemängelt Inge Lehmkuhl aus dem Marderweg. Es müsse unter anderem geklärt werden, wie die Abwärme der Anlage genutzt werden soll und ob dadurch zusätzlicher Lärm, zum Beispiel durch Gebläse für die Trocknung von Holzhackschnitzeln, entsteht. "In Lenthe wurden die Einwohner mit einbezogen und konnten sich für 6000 Euro an das Wärmenetz anschließen lassen. Dort profitieren alle davon", stellt Inge Lehmkuhl fest. Das sei in Hattendorf anders. "Es kann nicht sein, dass jemand Profit erwirtschaftet und von den Anwohnern noch verlangt wird, ihm ohne Gegenleistung entgegenzukommen. Eine kleine Anlage würde von den Anwohnern akzeptiert, aber die 1,2-Megawattanlage sei eine Industrieanlage und nicht zumutbar. "Wir haben hier im Marderweg erst gebaut und wussten, dass wir in eine ländliche Region ziehen und landwirtschaftlichen Verkehr tolerieren müssen, aber in der Nähe einer Industrieanlage wollte ich nie wohnen", begründet Lehmkuhl ihren Widerstand. "Jeder einzelne Anwohner wird sich jetzt informieren und alle rechtlichen Schritte nutzen, um den Bau der Industrieanlage zu verhindern", macht die Anwohnerin deutlich. Sollte die Änderung des Flächennutzungsplans genehmigt werden, wollesie dagegen Einspruch einlegen.



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