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In Steinbergen tritt die WGS ohne ihr Zugpferd Artur Böger an

Hat die WGS ihren eigenen Kandidaten vergessen?

STEINBERGEN. Vergessen kann man alles Mögliche: den Einkaufszettel zum Beispiel, oder vielleicht auch mal seinen Schlüssel. Aber dass eine politische Partei vergisst, einen ihrer Kandidaten aufzustellen, das mutet doch reichlich kurios an. Doch als die SZ von Artur Böger erfahren wollte, wieso er in diesem Jahr nicht mehr als WGS-Kandidat für die Ortsratswahl in Steinbergen kandidiert, antwortet er tatsächlich: „Ich wurde wohl vergessen.“

veröffentlicht am 10.08.2016 um 18:47 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:49 Uhr

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Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Er sei selbst überrascht gewesen, als er erfuhr, dass auf der WGS-Liste für den Ortsrat in Steinbergen in diesem Jahr nur zwei Namen stehen: Dietrich Schramm und Markus Schwenk nämlich. Der WGS-Veteran Artur Böger mit zehnjähriger Ortsratserfahrung wurde nicht aufgestellt. Dabei wollte er kandidieren. Er sei aber bei der Versammlung zur Listenaufstellung aus beruflichen Gründen verhindert gewesen. Da das bei der letzten Wahl aber ebenfalls kein Problem darstellte, sei er davon ausgegangen, dass er wie gehabt auf der Liste stehen würde. Immerhin holte er 2011 satte 144 Stimmen in der Personenwahl und lag damit hinter den beiden SPD-Kandidaten Heiner Bartling (281) und Markus Witt (194) an dritter Stelle in Steinbergen.

Doch offenbar hieß es bei der WGS-Sitzung plötzlich, Böger habe zu viel zu tun, er wolle nicht mehr kandidieren. „Obwohl ich das nie gesagt habe.“ Es lasse sich jetzt auch nicht mehr rekonstruieren, wer diese Behauptung in die Welt gesetzt habe, bedauert Böger – und warum. Als er seinen Ortsratskollegen Markus Schwenk darauf ansprach, habe der ihm nur sagen können, dass die Information „aus der Gruppe“ gekommen sei.

Nachgefragt hat bei Böger niemand. Und auch er selbst fragte nicht nach. Erst als die Frist verstrichen sei, kam Böger durch Zufall darauf, dass er vergessen wurde. Er geht nun davon aus, die WGS könnte ohne ihn ihre beiden Sitze im Ortsrat verlieren. „Der Kollege Schwenk ist damals nur reingekommen, weil wir als WGS insgesamt so viele Stimmen holen konnten“, meint er. „Ich fürchte, er wird das aus eigener Kraft nicht schaffen.“

Jetzt, im Wahlkampf, sei er wieder per E-Mail kontaktiert worden, ob er nicht beim Plakate-Aufhängen für die WGS helfen könne. „Dafür bin ich dann wieder gut“, ärgert sich Böger. Wahlkampf werde er für die WGS in diesem Jahr keinen machen. Auch eine erneute Kandidatur für die WGS in fünf Jahren kann er sich nicht vorstellen. „Dann bin ich doch 70 Jahre alt.“

Der WGS-Stadtverbandsvorsitzende Dieter Edler erfährt erst durch die SZ von der unabsichtlichen Nichtkandidatur Bögers. „Vergessen haben wir ihn nicht“, meint er, „wir haben einen Verteiler, zu dem auch Böger gehört, und vierteljährlich unsere Treffen.“ Böger sei immer eingeladen worden, habe sich aber nicht zurückgemeldet. Beide erklären, dass sie in der Vergangenheit zwar immer wieder persönlichen Kontakt hatten, da beide in der Steinberger Kirchengemeinde aktiv sind, dabei aber nicht über die WGS gesprochen hätten. „Wenn ich fünf Jahre nichts von jemandem höre, außer im Ortsrat, kann ich doch nicht davon ausgehen, dass er kandidieren möchte“, sagt Edler. Bei der Listenaufstellung habe ihm dann Markus Schwenk gesagt, Böger habe kein Interesse mehr. Persönlich habe er bei ihm nicht nachgefragt.

Auf die Frage, wieso er einen bewährten Stimmenbringer wie Böger nicht darauf angesprochen habe, antwortet Edler: „Mir tut das ja leid, aber er hätte ja auch mal nachfragen können.“



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