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Arbeitskreis Denkmalschutz kritisiert Baustopp am Alten Museum und fordert jetzt Aufklärung

"Hat der Eigentümer kalte Füße bekommen?"

Rinteln. "Sehr besorgt"über den nun schon seit fast einem halben Jahr andauernden Baustopp des Eigentümers bei den Bestandssicherungsmaßnahmen am Alten Museum am Kirchplatz zeigen sich jetzt die Mitglieder des Heimatbund-Arbeitskreises Denkmalschutz. "Hier ist jetzt die Stadt gefordert, schnellstmöglich für Klarheit und die unverzügliche Weiterführung der abgebrochenen Bauarbeiten zu sorgen", hieß es einmütig auf der jüngsten Sitzung.

veröffentlicht am 18.09.2008 um 00:00 Uhr

Anfang dieses Jahres war mit den Sicherungsmaßnahmen begonnen worden, nachdem der Hamelner Architekt Lippelt seinem Auftraggeber zu verstehen gegeben hatte, dass das "Baujuwel" zwei weitere Winter nicht überstehen würde. Diese Einschätzung wurde bestätigt, als der mit dem Abtrag der alten Farbe beauftragte Malermeister aus Hameln die Arbeiten wegen der von ihm dabei schon oberflächlich festgestellten erheblichen Schäden Anfang April abbrechen musste. Da ein danach vom Architekten Lippelt erstelltes Gutachtenüber Art und Ausmaß der Schäden sowie die zu treffenden Maßnahmen längst vorliegt, ist es für Mitglieder des Arbeitskreises nicht nachvollziehbar, warum trotz des für jeden ersichtlichen bedrohlichen Zustandes des Gebäudes nichts geschieht. Anschaulich berichtete Jürgen Traub, kurz vor der Frühjahrsmesse selbst erlebt zu haben, wie sich Steine von oben lösten und auf den Boden fielen - "zum Glück waren keine Menschen in der Nähe". Misstrauisch macht den Arbeitskreis, dass alle Versuche, bei dem Architekten und dem Eigentümer Näheres über seine Pläne zu erfahren, regelrecht abgeblockt wurden und auch bei der Stadt keinerlei Informationen über die Absichten des Eigentümers vorliegen. "Sollte der Eigentümer etwa wegen der Kosten kalte Füße bekommen haben und sich um die dringlichen Sicherungsmaßnahmen drücken wollen?", fragen sich die Arbeitskreismitglieder. Seine Bitte, für Klarheit und die sofortige Weiterführung der Sicherungsarbeiten zu sorgen, hat der Arbeitskreis jetzt an die Stadt herangetragen. Und in Kürze steht das Thema wieder auf der Tagesordnung.

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