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"United-Noise"-Festival lockt 200 Fans auf das Kronenwerksgelände

Harter Sound in "cooler Location"

Bückeburg. Wer zum "9. United Noise-Festival" mit dem Zug angereist war, konnte sein Reiseziel gar nicht verfehlen. Die satten Gitarren-Riffs, die vom benachbarten Kronenwerksgelände herüberschallten, waren schon am Bahnhof zu hören.

veröffentlicht am 07.09.2006 um 00:00 Uhr

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Autor:

Michael Grundmeier

Rund 200 Besucher waren gekommen, um auf dem früheren Industrie-Gelände zu tanzen und zu feiern. Acht Gruppen - alle eher in der alternativen Musikszene angesiedelt - sorgten mit Hardcore, Ska und Heavy-Metal-Klängen für gute Stimmung bei den Fans. Denen gefiel vor allem die Ruhrpott-Atmosphäre des Festival-Geländes: "Ich wusste gar nicht, dass es hier eine so coole Location gibt", staunte der 17-jährige Nikolas aus Hausberge. Die Idee, zwischen den abgelegenen Hallen eineüberdachte Open-Air-Bühne zu bauen, hatten die Mitglieder der Musikerinitiative "United Noise". Diese riefen den Verein vor acht Jahren ins Leben, um jungen Bands aus der Region bei ihren ersten Schritten zu helfen. Inzwischen hat sich aus relativ bescheidenen Anfängen eine Plattform für Kreative entwickelt: "Die Zukunft ist offen,wir haben viele Pläne," berichtete der zweite Vorsitzende Oliver Werner. Ein gutes Beispiel für den Einfallsreichtum von United Noise ist die Booking-Agentur, die Werner aus dem Verein heraus gegründet hat und über die die ausgesprochen professionelle Durchführung der Veranstaltung lief. Um von vorneherein zu vermitteln, "dass hier alles ohne Drogen und Ärger abläuft", hatte der Organisator vor dem Eingang einen Wachmann postiert. Wirklich nötig sei das aber nicht gewesen, meint er: "Unsere Veranstaltungen sind immer sehr friedlich." Für das Konzert selbst konnten immerhin acht - zum Teil bekannte - Bands aus dem United-Noise-Booking-Portfolio gewonnen werden. Den Anfang machten "Carving Scars", "Steel'iver", "Quake" und die Frauenband "Presence of Mind". Wirklich voll wurde es vor der Bühne aber erst, als "Safety First Gonzales" antraten. Die vier Musiker der Combo trugen alle ein weißes Feinrippunterhemd und spielten dazu passend prolligen Südstaaten-Metall. Mit einer guten Mischung aus hartem Rock und schnellen Drums machten sie Punkte. Endlich wurde getanzt, wer langes Haarhat, zeigte es jetzt. Bei den "Bad Nenndorf Boys" - einer Ska-Gruppe - gaben dagegen die Bläser den Takt an. Der Frontmann animierte die Konzertteilnehmer immer wieder zum Tanzen, marschierte selbst im Wiegeschritt über die Bühne. Mit Erfolg: Die Fans wollten die "Jungs" gar nicht mehr weglassen. "Distance in Embrace" schalteten dann wieder einen Gang höher. Die deutschlandweit bekannte Formation spielte melodischen Hardcore nahe an der Schmerzgrenze, was aber die meisten Besucher keineswegs abschreckte. Zum Schluss zeigte "Never Void", dass es doch lauter und schneller geht. Mit gleich zwei Gitarren am Start forcierten sie das Tempo und die Dezibelzahl noch einmal. Termine: Die nächste Veranstaltung ist am 17. September. Dann werden Desert of Ice, Goregate sowie ein Special Guest auf dem Gelände spielen. Am 29. September organisiert Oliver Werner im Anne-Frank-Haus in Minden ein Benefizkonzert für ein verstorbenes Vereinsmitglied.

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