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Bürger machen ihrem Ärger über Verkehrssituation Luft

Harte Vorwürfe gegen die Politik: „Jahrelang wurde nichts getan“

Tündern (gro). Empörte Eltern, verärgerte Bürger – statt vorweihnachtlich besinnlich ging es in der jüngsten Ortsratssitzung in der Sporthalle hoch her. Ortsbürgermeister Thilo Meyer und seine kommunalpolitischen Mitstreiter ernteten viel Kritik, seit Jahren, so der Vorwurf, sei nichts getan worden. Hauptstreitpunkt: die Verkehrssituation in Tündern im Allgemeinen sowie der Bereich „In der Korn“ und „Lange Straße“ im Besonderen.

veröffentlicht am 10.12.2009 um 11:49 Uhr
aktualisiert am 14.12.2009 um 11:58 Uhr

Während sich der Ortsrat sonst eher ohne großes Publikum durch die Tagesordnungen arbeiten muss, sahen sich die Ortsratsmitglieder diesmal zahlenmäßig sogar in der Minderheit. 35 Zuhörer verfolgten die Sitzung, in der die Emotionen ein ums andere Mal hochkochten. Im Ort werde gerast, es sei höchste Zeit zu handeln.

Norbert Tegtmeyer vom Ordnungsamt der Stadt Hameln verwies auf Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen, die seiner Meinung nach ein anderes Bild zeigten. Vor zwei Jahren hätten in 24 Stunden 2600 Autos den Ort durchfahren, jetzt seien es 3300. Bei Geschwindigkeitsmessungen von 400 Autos hätten nur 17 die erlaubte Geschwindigkeit übertreten, der schnellste sei mit 69 Stundenkilometern unterwegs gewesen. Tegtmeyer räumte allerdings ein, dass sich die Situation für Fußgänger durchaus verändert habe.

Diese Aussage bestärkte die Bürger, einen Zebrastreifen für die Querung der Straße „In der Korn“ in Richtung Schule „Lange Straße“ zu fordern. Der „Schulpappkamerad“ und die aufgestellten Baken reichten dort nicht aus, um den Schulweg für die Kinder sicherer zu machen.

Ein Zebrastreifen, erwiderte Tegtmeyer, sei aufgrund der bestehenden Vorgaben nicht zu realisieren. Dazu müssten pro Stunde 200 Fahrzeuge den Bereich passieren, im gleichen Zeitraum 50 Fußgänger die Straße überqueren. „Das ist doch Betonpfahldenken – stur und fest, nur basierend auf Zahlen“, empörte sich ein Bürger unter großer Zustimmung der Zuhörer. Beim Hagebaumarkt gebe es einen Zebrastreifen, in Tündern für die Kinder nicht. Das sei ein untragbarer Zustand. Nackte Zahlen für 24 Stunden würden die Situation früh morgens und jetzt im Dunkeln nicht widerspiegeln. Damit sprach er allen aus dem Herzen.

Herbert Habenicht (FDP) verteidigte den Ortsrat gegen die Kritik. „Uns tut der Vorwurf weh, angeblich nichts getan zu haben.“ Man habe die Kieslaster aus dem Ort verbannt, Bremsinseln und Tempo-30-Zonen geschaffen, Parkverbote in gefährlichen Bereichen durchgesetzt, Schilder „Achtung Kinder“ aufstellen lassen und, und, und.

Tegtmeyer vermochte noch nicht zu sagen, welche Lösung in Tündern nun umgesetzt werden soll. Er warnte allerdings davor, zu sehr auf Zebrastreifen zu setzen. Zebrastreifen böten nur eine trügerische Sicherheit. Er unterstützte den Vorschlag aus dem Politik- und Bürgerkreis, einen Elternlotsendienst für die Kinder zu organisieren.



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