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110 Delegierte bei der Tagung des Kreis-Sozialverbandes

Harsche Kritik an der Politik: "Windschatten der Grausamkeiten"

Landkreis (hga). Bei der alle vier Jahre stattfindenden Delegiertenversammlung vom Kreisverband Schaumburg des Sozialverbandes Deutschland haben 110 Delegierte den Vorstand in großen Teilen im Amt bestätigt. Für eine weitere Amtsperiode werden Helmut Laux als Vorsitzender und Marie-Luise Schmidt als zweite Vorsitzende den Kreisverband führen.

veröffentlicht am 09.10.2006 um 00:00 Uhr

110 Delegierte sind nach Niedernwöhren gekommen. Foto: hga

In ihrenÄmtern wurden Heiner Bredemeier (Schatzmeister) und Kerstin Busche (Schriftführerin) bestätigt. Die bisherige Frauensprecherin Christel Heine gab ihr Amt aus beruflichen Gründen ab. Marie Trippner wird in den kommenden vier Jahren dieses Amt übernehmen. Neu geschaffen wurde das Amt eines Pressewartes: Ines Knipping wurde in dieses Amt gewählt. Der CDU-Landtagsabgeordnete Friedel Pörtner zollte dem Kreisverband Schaumburg große Anerkennung und Respekt für die beispielhafte Mitgliederentwicklung der vergangenen Jahre. Eine 16-prozentige Steigerung führte zu der heutigen Mitgliederzahl von rund 6700. Der SoVD-Bundesvorsitzende Adolf Bauer ging in seinem Vortrag mit Politik und Wirtschaft hart ins Gericht. "Noch heute wird die deutsche Einheit aus den Sozialkassen zu Lasten der Beitragszahler finanziert", sagte Bauer, der eine Kampagne aus interessierten Kreisen der Wirtschaft mit dem Tenor einer neuen Marktwirtschaft und einem Sozialstaat, der am Ende sei, laufen sieht. So solle ein Klima geschaffen werden, Kürzungen jeder Art durchzusetzen. "Ich frage mich, wie man Exportweltmeister mit riesigen Überschüssen werden kann, wenn man nicht wettbewerbsfähig ist?", stellte Bauer als Frage in den Raum. "Es ist still im Lande Niedersachsen, was Sozialpolitik angeht", sagte Bauer zur Sozialpolitik. Unter Hinweis auf die Vorkommnisse des zunächst gestrichenen und später wieder eingeführten Blindengeldes meinte Bauer: "Im Windschatten der Berliner Grausamkeiten kann in Hannover etwas passieren, was niemandem auffällt." Der CDU-Landtagsabgeordnete Joachim Runkel unternahm in seiner Ansprache den Versuch, die Politik der Landesregierung zu verteidigen: "Wir brauchen einen gerechten Ausgleich zwischen Geben und Nehmen." Ein echtes Heimspiel hatte hingegen der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy, der auch in seiner Rolle als Sozialverbandsmitglied sprach. "Ich teile Ihre Anforderungen an die Politik. Wir haben noch viel zu tun in diesem Land." Es müsse ein soziales Netz geben, das die Menschen in existenziellen Notlagen auffange.

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