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Schalltechnisches Gutachten liegt vor / Investor will Klärung, Ardagh hält sich bedeckt

Harden Barracks: Lärmbelästigung zu hoch für eine Wohnbebauung

Obernkirchen (sig). Südlich des Höheweges dehnen sich große Schuttberge aus. Kein Laster fährt, um das Gelände frei zu räumen. Das Eingangstor ist verschlossen. Ein Schild verkündet: "Betreten verboten!" Sinken die Hoffnungen, dass hier ein attraktives Wohngebiet entsteht? Werden die Harden Barracks am Ende zum großen Flop?

veröffentlicht am 25.03.2008 um 00:00 Uhr

Die letzten Gebäude, die auf dem Gelände der ehemaligen Harden B

Das wäre alles andere als im Sinne von Rat und Verwaltung und schon gar nicht im Interesse der Bauwilligen, die sich dort oben einen neuen Lebensmittelpunkt schaffen wollen. Als der Investor, Diplom-Ingenieur Walter Greve von der Hamelner Kontur GmbH "Bau-Vision", dem Rat und der Verwaltung der Bergstadt seinen Vorentwurf für das neue Baugebiet vorlegte und erläuterte, ahnte er noch nichts von der problematischen Nachbarschaft. Rund 50 Wohnhäuser in ein- oder zweigeschossiger Bauweise sollten dort entstehen. In diesem Jahr sollte der Anfang gemacht werden. Diesen Plänen schob die unterhalb dieses Geländes ansässige Glasfabrik zunächst einmal einen Riegel vor. Ardagh-Glass möchte nicht mit der Gefahr von Einsprüchen durch mögliche Geräuschbelästigungen leben. Deshalb hat ein Hamelner Planungsbüro ein schalltechnisches Gutachten erstellt und den gesamten 42 000 Quadratmeter großen Bereich in verschiedene Lärmzonen eingeteilt. Es geht vor allem um die Lärmbelästigung während der nächtlichen Ruhezeit, die Grenzwerte nicht überschreiten darf. Nach Informationen unserer Zeitung soll sie zu hoch liegen, um dort eine Wohnbebauung zuzulassen. Einer gewerblichen Nutzung würde sie hingegen nicht im Wege stehen. Die Stadt hat in Gesprächen mit beiden Seiten versucht, eine Lösung dieses Problems zu finden. Das ist offensichtlich bis jetzt noch nicht gelungen. Der Investor möchte seinen Bebauungsplan mit geringen Änderungen realisieren. Das ist verständlich, schließlich hat er für den Ankauf des Geländes und den Abriss der zahlreichen alten Bauten sowie Anlagen bereits einiges Geld aufgewandt. Auf Anfrage erklärte Walter Greve: "Bei Ardagh hält man sich bedeckt. Die Geschäftsführung hat Obernkirchen verlassen, Wir haben dort keinen Ansprechpartner mehr. Ich habe den Eindruck, dass die dort alles schrittweise abbauen. Für uns ist die nächste Sitzung des Rates entscheidend. Wir müssen wissen, wie es jetzt weitergeht." Die Pressestelle der Glashütte, die in Nienburg sitzt, erklärte, dass man zu diesem Thema derzeit öffentlich keine Stellung nimmt. Von Bürgermeister Oliver Schäfer war zu erfahren, dass sich die Stadt nach Kräften um eine Klärung bemüht. Man ist im Gespräch mit Ardagh und sieht das Engagement des Unternehmens in der Bergstadt keineswegs in der Rückzugslinie. Es habe eher den Anschein, dass werkseitig Interesse an dem Gelände bestehe. Das wären dann ganz andere und überraschende Entwicklungen. Eine Entscheidung soll noch in diesem Frühjahr fallen. Der Investor muss sonst befürchten, dass weitere Bauinteressenten abspringen.



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