weather-image
12°
Kanalrohre im Wald sollen helfen

Hanglage wird abermals zum Verhängnis

Samtgemeinde Nienstädt (gus). Den Orten Liekwegen, Nienstädt und Sülbeck ist in diesem Sommer mal wieder die Hanglage zum Verhängnis geworden. Regenwasser führte an mehreren Stellen zu Überflutungen. Nun soll im Waldgebiet eine Art Vor-Kanalisation errichtet werden.

veröffentlicht am 01.09.2008 um 00:00 Uhr

Trotz auffallender Kennzeichnung sind die Querrinnen im Wald obe

Gleich mehrere Bürger nutzten die Einwohnerfragestunde der jüngsten Ratssitzung in der Nienstädter Grundschule, um auf Probleme mit Oberflächenwasser aufmerksam zu machen. Ein Hinweis betraf die Schulstraße in Liekwegen. Das dortige Feuerwehrgerätehaus werde ständig von schlammigem Oberflächenwasser geflutet, seitdem ein Sickerschacht gebaut worden sei. Zudem müsse ein naher Graben unbedingt gemäht werden, weil sich dort das Wasser staue. Hans-Dieter Sundermeier berichtete von einemähnlichen Zustand an der Straße Lehmkuhle in Nienstädt. Geröll und Schlamm fließe dort in immer größerer Menge auf die Straße. Heinz Dettmeier sagte, dass sich an einer Stelle an der Liekweger Straße bei starkem Regen ein kleiner See bildet. Überraschend sei, dass deshalb noch keine Unfälle passiert sind. Die Problematik ist Verwaltung und Rat nicht unbekannt. Bürgermeister Gerd Widdel sagte zu, dass sich der Bauausschuss die genannten Stellen anschauen wird. Auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte Gemeindedirektor Rolf Harmening, dass nicht zum ersten Mal mit dem Regenwasser zu kämpfen ist. Die Hanglage am Bückeberg sei für die Situation verantwortlich. Bei ergiebigem Niederschlag laufe viel Wasser über die Straßen ab. Schließlich könnten nicht überall Kanäle gebaut werden. Abhilfe sollen zusätzliche Kanalrohre im Waldgebiet bringen. Bislang sei mit tiefen Querrinnen auf einigen Wegen gearbeitet worden. Diese leiten das Wasser so um, dass es im Wald versickert, bevor es in die bebauten Gebiete gelangt. Noch mehr solcher Furchen lehnt Harmening ab - mit dem Hinweis auf Gefahr für Radfahrer und Spaziergänger. Speziell bergab radelnde Mountainbiker könnten wegen der Rinnen "das Fliegen lernen". Außerdem seien die Querfurchen wenig haltbar. Wann neue Rohre verlegt werden ist noch unklar. Im unteren Bereich Liekwegens dauert es noch etwas, bis das geplante Regenrückhaltebecken fertig ist. Die Gemeinde wartet laut Harmening noch auf EU-Zuschüsse und kann nicht vorzeitig mit dem Bau beginnen, weil sonst das EU-Geld gestrichen würde. Trotzdem sei der Bau der Kanäle bereits im Gange. "Eigentlich beginnt man ja mit dem Becken, nicht mit den Kanälen", so Harmening. In diesem Fall sei aber anders herum zu verfahren. Bis auf weiteres werde das Regenwasser auf das Grundstück unterhalb des geplanten Regenbeckens geleitet. Für Schäden, die dabei angerichtet werden, muss die Gemeinde aufkommen, so Harmening.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare