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"Aktion Deutsche Sprache" auf Stadthäger Marktplatz / 60 Prozent können kein Englisch

Handy und Flyer im coolen Leichensack

Stadthagen (jf). Eine radikale Forderung haben Mitglieder der "Aktion Deutsche Sprache" (ADS) auf dem Stadthäger Marktplatz vertreten. Sie fordern eine Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz. Am Infostand erhielten sie großen Zuspruch von zahlreichen Besuchern.

veröffentlicht am 25.10.2007 um 00:00 Uhr

Peter Wannemacher (v.r), Hermann Neemann und Walter Mehring disk

Laut Hermann Neemann, Vorsitzender der ADS, können 60 Prozent der Deutschen kein Englisch. Peter Wannemacher, Schatzmeister des Vereins, betonte, dass unter den Vorstandsmitgliedern entgegen der weit verbreiteten Vermutung "keine Lehrer" sind. Die ADS kämpfe, so Wannemacher, gegen die Überschwemmung mit Fremdwörtern: "Wir haben aber nichts gegen Englisch als Internetsprache." Zudem stellte Wannemacher fest, dass viele junge Menschen kein richtiges Deutsch mehr sprechen. Dies sei jedoch kein Phänomen, das nur bei ausländischen Teenagern auftritt, betonte er. Neemann schilderte, wie eine Bekannte über einen neu gekauften "Body Bag"- im Deutschen ein gebräuchliches Synonym für Umhängetasche - sprach und er sie darauf hinwies, dass Engländer und Amerikaner darunter einen Leichensack verstehen. Der Verein, der im vergangenen Jahr in Hannover gegründet worden ist, sieht Deutsch als "eigenständige Kultursprache gefährdet". "Denglisch" verunstalte die deutsche Sprache. Zudem sollen Scheinanglizismen zunehmend für Verwirrung sorgen. Wörter wie "Handy", die es im Englischen nicht gibt, würden von vielen für englische Begriffe gehalten. "Ich hasse dieses?Denglisch'", lautete das Urteil einer Standbesucherin. Damit gab sie offensichtlich genau das wieder, was die ADS-Mitglieder nicht laut sagen wollten. Ob sich auch junge Leute für die deutsche Sprache interessieren? "Das ist immer schwer", sagte Wannemacher. Der Verein distanziert sich ausdrücklich von rechtsextremem Gedankengut. "Völlig absurd" sei der Vorwurf, die ADS stünde Nazis nahe, sagte Wannemacher. Doch nach eigenen Angaben gab es in der Vergangenheit bei der ADS sowie innerhalb anderer Vereine, die sich für die deutsche Sprache einsetzen - Probleme mit Anhängern der rechten Szene. Am Stand hielten die drei Vereinsmitglieder für Interessierte Informationsmaterial bereit. Neudeutsch: Flyer.

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