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Auf dem Werkhof ist an diesem Wochenende viel Raum für ein Stück heile Welt

Handgemacht und erdverbunden: Brunkensens Fest für die Künste

Brunkensen / Alfeld. Welch friedliche Stimmung hier doch herrscht, auf dem Werkhof in Brunkensen, ein paar Kilometer von Alfeld entfernt: Bienen summen, weil sie’s bei diesem Fest noch dürfen. Menschen gehen barfuß von Stand zu Stand, wo Kunst und Handwerk zu einer Melange aus Kann- und Muss-ich-haben-Waren werden. Und wenn die Falafeln fertig sind, es nach Gewürzen und Kräutern duftet und die ersten Feuer zur Dämmerung hin angezündet werden, feiern die Menschen weit weg vom snobistischen Einerlei der modernen Gartenfestivals ihr kleines Stückchen Freiheit in einem anderen Grün. Die Brunkenser „Kunst- und Kulturtage“ im Werkhof sind eröffnet!

veröffentlicht am 23.06.2011 um 16:51 Uhr

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Es ist ein größtenteils alternatives Publikum, das sich hier einfindet, ein bisschen öko hier und dort, aber nicht weniger anspruchsvoll. Plastik gibt’s bei den Kunst- und Kulturtagen jedenfalls nicht – nicht auf den Tellern, nicht an den Ständen, nicht im Verkauf. Nachhaltigkeit ist in Brunkensen nicht einfach so ein Wort, sondern soll schon noch ihren Sinn haben. Und so erdverbunden wie die Einstellung der Organisatoren und Teilnehmer ist eben auch das Kultur- und Musikprogramm. Bis zum morgigen Sonntag, 18 Uhr, kommt man aus dem Staunen kaum heraus.

Vorhang auf also für über 40 Künstler und Kunsthandwerker, die auf dem weitläufigen Mühlengelände des Werkhofs ihre handgefertigten Produkte präsentieren. Vorhang auf für ein buntes Markttreiben mit leicht historischem Anstrich. Vorhang auf für ein besonderes Wochenende. Unter freiem Himmel und fliegenden Planen finden sich altvertraute Gesichter wie die Keramikerin Katrin Rech aus Alfeld, der Holzbildhauer Jan Ehlers aus Emmerthal oder der Geschichtenerzähler Cornelius Rensch. Aber wie jedes Jahr begeistern auch neue Aussteller die Besucher. Fast organisch fügen sich die Stände in ihr Umfeld ein und bilden Inseln des Kunsthandwerks im Grünen. Sich dem vielfältigen Angebot des Marktes hingeben, in der Sonne sitzen und die besondere Atmosphäre genießen oder einfach nur sehen und gesehen werden lautet die Devise. Der Kunstmarkt ist heute von 11 bis 20.30 Uhr und morgen von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Gestern Abend waren bereits viele Besucher von der „Langen Nacht des Varietés“ begeistert, bei der Seilartistik, Comedy, Akrobatik und Beatbox-Jonglage geboten wurden. Heute geht’s heiter weiter. Am Nachmittag spielt die Gruppe Manivolanti. Es sind „die fliegenden Hände“ mit außergewöhnlichen Klangfarben und erzählendem ungarischen Gesang. Mal zerbrechlich schön, mal treibend mit percussivem Groove setzen Adam Gallina und Tivadar Nemesi sehr direkt Gefühle frei, getragen von Thea Sotis‘ Gesang und Miko Mikulicz an der Geige. Und am Abend, ab 20.30 Uhr, steht „The worlds sexiest celtic fusion band“ Rrradio Gee auf der Bühne. So bunt zusammengewürfelt wie die Band aus Irland, Schottland, England und Andalusien, so ist die Musik: feurig-bewegt mit Einflüssen aus aller Welt, vornehmlich keltisch-irischen bis zu modernen Dub-Rhytmen. Im Anschluss an das Konzert wird DJ Jan den Tanzabend fortführen. Diverse Feuerschalen wärmen aber auch diejenigen, die ohne Bewegung weiterfeiern wollen.

Übrigens kommt auch bei Kindern keine Langeweile auf. Im Kinderzelt bieten Jenna und Stephanie Filzen, Basteln und Schminken an, während Lutz Straßenroller mit Gitarre, Mundharmonika und Schellenbändern die Kleinen zum Mitsingen animiert. Das Figurentheater von Tatjana Khodorenko spielt überdies an beiden Tagen um 15.30 Uhr zum Märchen auf.

Viel Holz vor der Hütte: Das Festival in Brunkensen bietet viel Kunst und Kunsthandwerk – in jedem Fall kein Plastik. Die Waren sind handgemacht, wie die Musik, die hier zu hören ist.

Zum Auftakt der Kunst- und Kulturtage gab es gestern Abend ein besonderes Varieté. Heute wird auf dem Werkhof in Brunkensen weitergefeiert.



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