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Einzelhändler debattieren verkaufsoffene Sonntage, Imagekampagne und Aldi-Aussiedlung

"Handel aktiv" vor einem Berg von Problemen

Bückeburg (rc). UneinheitlicheÖffnungszeiten der Geschäfte, Teilnahme an verkaufsoffenen Sonntagen, mangelnde Akzeptanz der Imagekampagne "Fürstlich shoppen" bei den Mitgliedern, Leerstände vor allem an der Schulstraße und dazu noch die Frage: "Wie gehen wir mit dem drohenden Weggang des Aldi-Marktes aus der Innenstadt um?": Gleich einen ganzen Berg von Problemen musste "Handel aktiv" um seine Vorstände Asta Harwik, Christian Engelke und Udo Niemann auf der gut besuchten Hauptversammlung der Gewerbetreibenden zu diskutieren. Von 49 eingetragenen Mitgliedern waren rund 20 gekommen.

veröffentlicht am 07.04.2006 um 00:00 Uhr

Reichlich Diskussionsbedarf gibt es für den "Handel aktiv"-Vorst

DieÖffnungszeiten: Asta Harwik mahnte bei Aktionen und Festen in der Stadt einheitlicheÖffnungszeiten aller Geschäfte an, vor allem an Sonnabenden. Sie werde etwa ihr Geschäft aus Anlass des Europafestes am 27. Mai bis 16 Uhr geöffnet lassen. Auch alle anderen Einzelhändler sollten ihrem Beispiel folgen, zumal sie die Erfahrung gemacht habe, dass sie die meisten Umsätze an Sonnabenden zwischen 12.30 und 14.30 Uhr macht. "Das Einkaufsverhalten der Kunden hat sich geändert, die sich sonnabends erst nach einem ausgiebigen Frühstück auf den Weg in die Stadt machen." Zum Europafest werden sich die Einzelhändler mit der Aktion "Bückeburg blüht auf" an die Besucher wenden;Samentüten mit bunten Sommerblumen unter das Volk bringen. Verkaufsoffene Sonntage: Vier führte "Handel aktiv" im vergangenen Jahr durch und war - bis auf den während der Autoschau - mit den Umsätzen an den andern dreien, also Frühjahrs und Herbstmarkt sowie Weihnachtszauber, zufrieden. Beim letzten Workshop Anfang des Jahres hatten die Einzelhändler daraus Konsequenzen gezogen undbeschlossen, zur Autoschau sonntags nicht mehr zu öffnen. Eine kurzfristig anberaumte Mitglieder-Umfrage ergab dann, dass eine knappe Mehrheit doch für eine Öffnung am 7. Mai ist, auch weil die Autoschau ein neues Konzept mit deutlich mehr Aktionen und erweitertem Programm erhält (wir berichteten). Ebenso kurzfristig beschloss der Vorstand daher, doch zu öffnen und einen verkaufsoffenen Sonntag genehmigen zu lassen. Eine Entscheidung, die auf der Versammlung nicht unbedingt auf die Gegenliebe aller Mitglieder stieß. "Wir werden nicht öffnen", verkündeten einige. Die Umsätze stimmten nicht, Personalkosten seien höher als die Einnahmen, die Besucher würden Autos schauen, aber nicht in die Geschäfte gucken. "Wir müssen dafür sorgen, dass die Kunden in die Geschäfte kommen", widersprach der Vorstand und hatte gleich eine Idee parat. "Schätz mal", die Aktion des Handels und dieser Zeitung, soll wiederbelebt werden; Besucher sollen mit einem Schätzspiel in die Geschäfte gelockt werden. "Für weitere Ideen sind wir jederzeit offen", hieß es seitens des Vorstandes. Während zum Frühjahrs- und Herbstmarkt sonntags die Geschäfte geöffnet werden, gibt es beim vierten Sonntag 2006 Probleme. Da der Weihnachtszauber in diesem Jahr auf den 1. Advent im Dezember fällt, darf aus rechtlichen Gründen nicht geöffnet werden. In der Versammlung zeichnete sich daher eine breite Mehrheit für einen verkaufsoffenen Sonntag zum Herbstbeginn ab; etwa Mitte September in Kombination mit einem von "Handel aktiv" selbst organisierten Herbst- oder Kürbisfest. "Fürstlich shoppen": Obwohl diese Imagekampagne erheblich bezuschusst wird und für "Handel aktiv"-Mitglieder nur die Hälfte, 120 Euro, kostet, gibt es massive Schwierigkeiten, genügend Geschäftsleute zu finden, die in der Kampagne vertreten sein wollen. Es stecke sehr viel guter Wille dahinter, der Vorstand habe sich die Zungen wund geredet, um die Zuschüsse beim Bückeburger Stadtmarketing loszueisen. Engelke: "Wir haben für die Innenstadt gekämpft". Asta Harwik ratlos an die Mitglieder: "Wir wissen nicht, was wir noch unternehmen sollen." Unterstützung gab es von Mitglied Angelika Burda-Pusch. Die Apothekerin erinnerte daran, dass Imagekampagnen nicht sofort inHeller und Pfennig gegengerechnet werden können. "Wir müssen so etwas langfristig sehen." Aldi-Markt: "Handel aktiv" sieht wenig Chancen, den Weggang des Discounters aus der Innenstadt zu verhindern. Vielmehr sprach sich die Versammlung für den Aufbau eines Leerstands-Managements, entweder durch das BSM oder durch die Stadtverwaltung aus. Die Immobilie müsse unbedingt wieder vermietet werden, am besten mit einem neuen Lebensmittler. Eine Handelskette habe bereits avisiert, zur Verfügung zu stehen, wenn sie einen Marktbetreiber finde. Die Kernstadt brauche einen zweiten Supermarkt, da der "Comet"-Markt auch eine andere Zielgruppe bediene als "Aldi".

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