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Hameln-Pyrmont verstärkt nach Missbrauchsskandal in Lügde Kinderschutz

Nach Fehlern im Missbrauchsfall Lügde will der Landkreis Hameln-Pyrmont Vorreiter beim Kinderschutz werden. Ein umfassendes Präventionskonzept stellt Landrat Tjark Bartels (SPD) an diesem Freitagnachmittag vor. Zu den Zielen zählen nach Behördenangaben die Stärkung von Kindern und Eltern, Schulungen von Fachkräften beim Erkennen sexualisierter Gewalt sowie die Etablierung von Angeboten für Menschen mit pädophilen Neigungen. Trotz mehrerer Hinweise auf Pädophilie hatte das Jugendamt Hameln einen 56 Jahre alten Dauercamper als Pflegevater für ein Mädchen eingesetzt. Der Mann aus Lügde soll mit einem Komplizen jahrelang 52 Kinder sexuell missbraucht und dabei gefilmt haben. Inzwischen liegen die Anklagen gegen den 56-Jährigen und einen dritten Beschuldigten vor. Landrat Bartels hatte Fehler seines Jugendamtes eingeräumt und sich im März bei den Opfern entschuldigt. Unter anderem hatte eine Mitarbeiterin eine Passage aus der Pflegekind-Akte kurz vor Beschlagnahmung durch die Staatsanwaltschaft gelöscht. Der Frau wurde fristlos gekündigt. Nach einem Beschluss des Kreisausschusses hat die Hamelner Kreisverwaltung die Kommunalaufsicht eingeschaltet. Damit wird ihr Handeln in Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall Lügde vom Innenministerium überprüft.

veröffentlicht am 17.05.2019 um 14:01 Uhr



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