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Musmann direct erhält Auftrag aus Afghanistan

Hamelner warten die Tanks der Isaf im Kundus

Hameln (HW). Musmann direct ist ein Hamelner Unternehmen mit derzeit rund 40 Mitarbeitern, das sich auf innovative Lösungen im Bereich der Tanktechnologie und des Umweltschutzes spezialisiert hat. Ständige Prozessoptimierungen und Neuentwicklungen gehören zur Firmenphilosophie, die jetzt sogar Anerkennung von Nato und Bundeswehr gefunden hat, denn Musmann direct ist seit Kurzem für die Schutztruppe der Isaf (International Security Assistance Force) im afghanischen Kundus tätig.

veröffentlicht am 04.05.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Was in Deutschland etwa alle sechs Jahre fällig ist, muss in Afghanistan wegen sandhaltiger Luft spätestens einmal im Jahr erledigt werden: das Reinigen der Tanks. Und davon gibt es derzeit reichlich in Kundus, denn die Isaf-Truppen benötigen für ihre Einsätze viel Kerosin, Benzin, Diesel und Heizöl. „Wir warten rund 30 Tanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 20 000 bis 50 000 Litern, Abfüllanlagen und Tankstellen und sind immer wieder mit Trupps von vier bis sechs Personen vor Ort“, sagt Firmenchef Christopher Musmann. Zu den ständigen Arbeiten zähle auch das Befreien der Tankböden von Sedimenten wie Paraffin, Rost oder Sand. Dieser sogenannte Gatsch enthalte Komponenten aus dem Rohöl und könne zum Versagen der Antriebsmaschinen führen. „Deshalb sind die Tanks zu entleeren und komplett zu reinigen“, berichtet Musmann, in dessen Haus spezielle Verfahren entwickelt worden sind. „Durch das Einbringen von Energie in den Tank wird ein möglichst hoher Anteil des Gatsches durch Auflösen und Aufwirbeln wieder in die Schwebephase gebracht, um ihn abpumpen zu können“, erläutert der Unternehmer. Ein Verfahren, das sich herumgesprochen hat, und so ist auch die Isaf im Internet auf das Hamelner Unternehmen, das bereits in Spanien und Südamerika aktiv ist, aufmerksam geworden. „Wir haben dann ein Angebot abgegeben und sind jetzt Stammlieferant“, freut sich Musmann, der den Afghanistan-Auftrag auch als Imagegewinn für sein Unternehmen wertet. Zudem erhalte er Arbeitsplätze und schaffe auch neue Stellen. Angst, im Krisengebiet Kundus zu arbeiten, haben die Angestellten im Hause Musmann nicht. „Die Jungs, alle im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, fahren gern nach Afghanistan. Das liegt zum einen an der entsprechenden Bezahlung und zum anderen an den besonderen Erlebnissen. Da gibt es hinterher was zu erzählen“, weiß der Chef.

Rund eine Woche sei ein Trupp in der Regel zum Arbeiten vor Ort. Eine weitere Woche dauere die An- und Abreise, denn die führt über Usbekistan. „Und von dort geht es dann mit der Transall im Tiefflug oder auch mit dem Helikopter ins Feldlager Kundus“, berichtet der Unternehmer, der zudem betont, dass die von Musmann direct in Afghanistan benötigten Geräte und Ersatzteile ebenfalls über Usbekistan eingeflogen werden müssen.

Ein Musmann-Mitarbeiter beim Reinigen eines Isaf-Tanks im afghanischen Kundus.

Foto: pr



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