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Aufzeichnungen von Erna Simon über den ersten Frauenkongress in Berlin bilden den Grundstock für das Frauenarchiv

Hamelner Stadtgeschichte ist auch Frauengeschichte

Hameln (git). Hanna Grosse von der Hamelner Ortsgruppe des Deutschen Evangelischen Frauenbundes ist bereits der Aufforderung des Hamelner Frauenringes gefolgt: Sie hat dem Stadtarchiv ein einzigartiges Dokument Hamelner Frauengeschichte überlassen. Es sind die Aufzeichnungen einer jungen Frau aus Hameln, die als eine von 180 Hamelner Delegierten des Deutschen evangelischen Frauenbundes am ersten Frauenkongress 1912 in Berlin teilgenommen hatte.

veröffentlicht am 14.10.2009 um 17:40 Uhr
aktualisiert am 23.10.2009 um 17:57 Uhr

Erna Simon als junge Frau.

Olaf Piontek vom Hamelner Stadtarchiv blättert das Heft vorsichtig auf, das Hanna Grosse 1988 in ihrer Funktion als Vorsitzende des kirchlichen Frauenbundes von den Töchtern der verstorbenen Verfasserin Erna Simon erhalten hatte. Wita und Wendelgard Simon wollten die Aufzeichnungen ihrer Mutter auch nach ihrem eigenen Tod gut verwahrt wissen. Zur Zeit stehen die mit feiner Schrift notierten Zeilen von Erna Simon allerdings noch symbolisch für all jene Zeitdokumente vom Leben und Wirken der Frauen in Hameln, die für das Frauenarchiv noch erwartet werden.

„Bitte helfen Sie mit, indem Sie Ihre alten Unterlagen dem Hamelner Stadtarchiv zur Verfügung stellen.“ Im Januar ging der Hamelner Frauenring mit dieser Idee, dass Stadtgeschichte auch Frauengeschichte ist, an die Öffentlichkeit (wir berichteten). Der Verein erhielt für diese Initiative zwar viel Lob von allen Seiten, konnte aber noch keine reiche Ernte einfahren. Weder stapeln sich auf dem Schreibtisch von Archivleiterin Silke Schulte Berge alte Unterlagen, noch stand bei der Projektleiterin des Frauenrings, Ingrid Scheunpflug, das Telefon vor Anfragen still. „Uns wundert das aber nicht“, sagt Ingrid Scheunpflug. „Natürlich können sich die Frauen nicht spontan von ihren greifbaren Erinnerungen trennen; der innere Prozess des Umsetzens dauert etwas.“ Schließlich sei mit der Überlassung ja auch der Schritt vom Privaten in die Öffentlichkeit verbunden. Sie sehe es zunächst weiter als ihre Aufgabe an, fortwährend öffentlich für das Frauenarchiv zu werben.

Die Mitarbeiter des Stadtarchivs haben inzwischen einen Flyer mit Informationen über das geplante Archiv zusammengestellt. Das Faltblatt ist im Stadtarchiv, in der Stadtbücherei, bei der Buchhandlung Matthias und in vielen öffentlichen Einrichtungen zu finden. „Wir erklären darin noch einmal das Warum, das Wie und das Was“, erläutert Piontek den Inhalt. Im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Hotel zur Krone warb der Frauenring gestern ebenfalls für das Projekt. Die beiden Stadtarchiv-Mitarbeiter referierten über das geplante Frauenarchiv und standen anschließend auch für Fragen zur Verfügung.

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Außerdem haben Frauenring, Stadtarchiv und die Buchhandlung Matthias gemeinsam ein Schaufenster der Buchhandlung zum Thema Frauenarchiv gestaltet und zeigen dort Kostbarkeiten, die als mögliches Sammlungsgut in das Archiv eingehen könnten.

Olaf Piontek und Ingrid Scheunpflug freuen sich über das gut bestückte Schaufenster bei der Buchhandlung Matthias.



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