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Angespannte Lage nach dem Angriff der Jugendlichen in Norwegen / Schwedisches Königshaus verabschiedete das Team

Hamelner im Planungsteam des Weltpfadfindertreffens

Hameln. König Carl Gustaf von Schweden und seine Frau Königin Silvia haben das Weltpfadfindertreffen in Rinkaby, Schweden, nach 10-tägiger Dauer feierlich beendet. Fast 40 000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus 168 Nationen waren der schwedischen Einladung zu dem alle vier Jahre stattfindenden Großlager gefolgt. Mit dabei im Planungsteam war der Hamelner Thomas Haeckel seit Mitte 2010. In den zurückliegenden zehn Tagen des World-Scout-Jamborees war er nach anderthalbjähriger Vorbereitungszeit als ein Teillagerleiter von insgesamt 18 dafür verantwortlich, dass sich fast 2000 Pfadfinder aus 38 Nationen in seinem Lager wohl fühlten und über das laufende Programm informiert wurden und das in einer angespannten Situation. Schließlich hatte wenige Tage zuvor der blutige Anschlag auf das Zeltlager von jugendlichen Sozialdemokraten in Norwegen stattgefunden. In Schweden zelteten französische Scouts neben polnischen, deutsche neben brasilianischen, saudiarabische neben israelischen jeweils in Gruppen von 40 Pfadfindern, und die meisten hatten von dem norwegischen Amokanschlag gehört.

veröffentlicht am 29.09.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 08:21 Uhr

Die ersten Tage des internationalen Lagers standen nicht nur hintergründig im Zeichen der Anschläge von Norwegen: „Gleich am nächsten Tag hatte das Organisationskomitee in einem offenen Brief seine Anteilnahme bekundet, und die eintreffenden norwegischen Teilnehmer wurden besonders aufmerksam betreut“, berichtet Haeckel. Darüber hinaus wurde die Polizeipräsenz am Rande des Lagerbereichs deutlich erhöht, bis zum Einsatz von Polizeihubschraubern. Die Pfadfinder hatten den Eindruck, dass es sich um das bisher am besten bewachte Großlager handelte. Zu keinem Zeitpunkt war die Absage des Lagers in Erwägung gezogen worden, umso mehr hatten die Truppleiter der Gruppen auf besorgte Telefonate von Eltern und Teilnehmer zu reagieren – bis hin zum Abfahrtstag. Mit Workshops zum Umwelt- und Naturschutz sowie handwerklichen Aufgaben wurden die Tage in Schweden gestaltet. Der Tag der Kulturen stellte das jeweils Landestypische in den Vordergrund: so wurde die mitgebrachte Landestracht getragen, besondere Musik und Tänze aufgeführt. Der Höhepunkt dieses Tages war die Möglichkeit landestypische Küche zu probieren. Die Gruppen kochten je eine besondere Mahlzeit, und die anderen konnten so japanische, französische, amerikanische, polnische, chilenische und indische Gerichte probieren.

Als Highlight gab es ein Camp in Camp: 8000 Scouts reisten in Bussen innerhalb Schwedens zu anderen Pfadfindergruppen in 80 kleinere Lager, wo sie an Seen, Küstenstreifen oder einfach im Wald campierten, um die schwedische Landschaft und Kultur kennenzulernen. Die Herausforderung war für Haeckel und sein internationales Mitarbeiterteam die Aufnahme der Gäste in das Teillager, genauso wie die Abreise. Am Ankunftstag wurden innerhalb von 36 Stunden in seinem Teillager 2000 der insgesamt 30 000 Gäste begrüßt und auf die Plätze mit einer Fläche von 20x50 Meter eingewiesen. Dazu gehörte auch der Aufbau eines eigens entwickelten Aufenthaltszeltes, das fünf Meter hoch ist, zu sechs Seiten abgespannt wird und viel Platz für eine 40-köpfige Gruppe bot. Die Abreise der Teilnehmer musste ebenfalls innerhalb von 36 Stunden abgewickelt werden. Insgesamt wurden mehr als 300 Busse, auch aus Deutschland, zu den Flughäfen und Bahnhöfen nach Kopenhagen, Kristianstaad, Stockholm eingesetzt. Thomas Haeckel konnte auch Hamelner Gäste des Pfadfinderstamms Florian Geyer begrüßen. Das nächste Weltpfadfindertreffen wird 2015 im Süden Japans stattfinden. Erste Planungen gibt es bereits.

Zur internationalen Begegnung der Pfadfinder in Schweden kurz Zeit nach dem Anschlag auf das Zeltlager in Norwegen, gehörte auch die besonders aufmerksame Betreuung und Sicherheit der Jugendlichen.



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