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Bericht zum demografischen Wandel der Stadt / Rückgang der Bevölkerung um 7,3 Prozent

Hameln im Jahr 2025: älter, kleiner, wichtiger

Hameln (wul). Hamelns Zukunft sieht rosig aus: Die Stadt ist zum Leben und Arbeiten so attraktiv, dass stetig neue Bürger hierher ziehen und die Einwohnerzahl bis zum Jahr 2025 nur geringfügig sinkt. Während die anderen Kommunen des Landkreises schrumpfen, ihre Schulen schließen und eher alt aussehen, gewinnt die Rattenfängerstadt an Bedeutung: Hier konzentrieren sich kulturelle, medizinische oder schulische Angebote.

veröffentlicht am 05.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

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Birte Hansen

Autor

Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite

Hameln bietet ausreichend Pflege- und Seniorenheime sowie neue Wohnformen für Familien, Migranten sind weit besser integriert als im Jahr 2009, und die Schulden sind gesunken. Hameln – die Insel der Glückseligen im sonst düsteren Szenario des demografischen Wandels? Nicht ganz. So klingt lediglich die im Rathaus zu Orientierungszwecken formulierte Vision. Auch um Hameln macht die Veränderung in der Bevölkerungsstruktur keinen Bogen, wie der Bericht der Stadt zum demografischen Wandel deutlich macht. Eine Erkenntnis: Hameln ist der Zeit voraus, die Überalterung hat bereits eingesetzt.

12,8 Prozent weniger Menschen im Landkreis

Um knapp 4300 Einwohner wird Hameln innerhalb der nächsten 16 Jahre auf rund 54 300 schrumpfen, lautet die Prognose des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung (NIW), was einem Minus von 7,3 Prozent gegenüber heute entspricht. Um die Größenordnung zu veranschaulichen: Afferde zählt zurzeit 5280 Einwohner, Klein Berkel knapp 5000. Mit diesem Rückgang liegt Hameln laut Studie zwar oberhalb des Landesdurchschnitts (minus sechs Prozent), steht aber weitaus besser da als der Landkreis.

Dem sagt das NIW einen Bevölkerungsrückgang von durchschnittlich 12,8 Prozent voraus, wobei einige Kommunen bis zu einem Fünftel weniger Einwohner zählen werden als heute. Wie in anderen Regionen auch, wird man den Berechnungen zufolge in Hameln im nächsten Jahrzehnt noch seltener als bisher in junge Gesichter blicken: Um fast ein Viertel weniger Kinder und Jugendliche turnen dann durch die Stadt und über Spielplätze. Dass am anderen Ende der umgedrehten Alterspyramide die Gruppe der Senioren „Ü60“ in Hameln lediglich um 18 Prozent wachsen und sich damit stark vom Trend abheben wird (plus 63 Prozent in Niedersachsen und 30 Prozent im Landkreis), macht eines deutlich: Der demografische Wandel hat in Hameln stärker eingesetzt als andernorts, das Durchschnittsalter beträgt schon jetzt 44,4 Jahre im Vergleich zu 42,4 im Land.

Anpassung an den Wandel kostet Geld

Die Vorhersagen für Niedersachsen variieren je nach Institut stark, reichen von „Es bleibt wie’s ist“ bis „Über fünf Prozent weniger Niedersachsen“, und auch die Prognosen für Hameln sind wohl so sicher wie Prognosen sind. Wo gehandelt und umgedacht werden muss, wird dennoch deutlich, ohne dass zu diesem Zeitpunkt konkrete Pläne vorliegen.

Hameln muss für seine alternde Bevölkerung ebenso wie für seine Touristen barrierefreier werden und Rahmenbedingungen schaffen für veränderte Nachfrage nach mehr seniorengerechten Wohnformen.

Zudem soll das Betreuungsangebot für Kinder weiter ausgebaut werden, damit die Stadt auch für jüngere Familien interessant bleibt. Wie mit sinkenden Schülerzahlen und den Schulen umgegangen werden soll, wird in einem Schulentwicklungsplan erarbeitet.

Ein dritter Aspekt des demografischen Wandels neben Überalterung und sinkenden Einwohnerzahlen ist die anteilige Zunahme der Bürger mit Migrationshintergrund. Für ihre Integration spielen Bildung und Ausbildung eine zentrale Rolle.

Geld und Personal müssen eingesetzt werden, um den Strukturwandel in der Bevölkerung zu gestalten – die Anpassung werde den Haushalt weiter belasten, heißt es in dem Bericht. Den notwendigen Ausgaben stehen voraussichtlich sinkende städtische Einnahmen gegenüber: Immerhin 25 Prozent der Erträge im Ergebnishaushalt sind abhängig von der Einwohnerzahl. Der anvisierte Weg: mehr Menschen nach Hameln zu holen, damit die Vision zumindest annähernd Wirklichkeit wird.



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