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Negativem Städtereport einer Hamburger Firma widersprechen Stadtmanager und Centermanagerin

Hameln – Einkaufsstadt mit wenig Glanz?

Hameln (kar). Kritik an der Einkaufsstadt Hameln übt Günter Rudloff, Geschäftsführer der Comfort Hamburg GmbH, in einem aktuellen Städtereport dieser Unternehmensgruppe. Die ist auf die Vermittlung von Geschäftshäusern und Ladenlokalen in den 1a-Lagen deutscher Innenstädte, aber auch auf die Konzeption, Entwicklung und Vermietung innerstädtischer Einkaufszentren spezialisiert. Im Fokus der Kritik: die Stadt-Galerie.

veröffentlicht am 28.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 08.02.2013 um 14:43 Uhr

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Hameln (kar). Kritik an der Einkaufsstadt Hameln übt Günter Rudloff, Geschäftsführer der Comfort Hamburg GmbH, in einem aktuellen Städtereport dieser Unternehmensgruppe. Die ist auf die Vermittlung von Geschäftshäusern und Ladenlokalen in den 1a-Lagen deutscher Innenstädte, aber auch auf die Konzeption, Entwicklung und Vermietung innerstädtischer Einkaufszentren spezialisiert. Im Fokus der Kritik: die Stadt-Galerie. Dort habe man mit zusätzlichen Sortimenten die bereits vorhandenen Angebote in Hameln in Qualität und Vielfalt sinnvoll ergänzen wollen: „Tritt man heute aus dem Center in die Fußgängerzone hinaus, wird man auch zwei Jahre nach der Eröffnung deutlich eines Besseren belehrt“, stellt Rudloff fest und beklagt Umsiedlungen und Doppelungen, die zu Lasten des Einzelhandels in der Fußgängerzone gingen.

„Stimmt nicht“, weist Centermanagerin Kirsten Jackenkroll Rudloffs Kritik zurück: „Wir haben rund 70 Prozent neue Konzepte nach Hameln geholt.“ Dazu gehörten unter anderem im Bekleidungs- und Schuhbereich Labels wie Tommy Hilfiger, Jack Wolfskin, Marc O’Polo, Vero Moda, Geox oder Kay. Der Drogeriemarkt Müller sei neu für Hameln, aber auch die auf Wohnaccessoires und Deko-Artikel spezialisierten Konzepte wie Nanu Nana, Depot oder Cult. Die Liste lasse sich weiterführen, so Jackenkroll: „Wir haben in der Stadt-Galerie viele Marken angesiedelt, die es vorher in Hameln gar nicht oder nicht als Fachgeschäfte gab.“ Von einer „kraftlosen Vorstellung“ des Centers, wie Rudloff behauptet, könne keine Rede sein. Doppelungen, wie es sie bei Arko, Christ, Douglas oder Esprit gibt, seien „passende Ergänzungen. Die Innenstadtgeschäfte funktionieren trotzdem“, so Jackenkrolls Feedback von den betroffenen Konzepten.

Speziell die „bröckelnde Osterstraße“ führt Rudloff in seinem Städtereport als ein „Mahnmal für überflüssige und überdimensionierte Centerentwicklung“ an und macht dies an einem Leerstand fest, der sich zwar etwas beruhigt habe, „allerdings rücken nicht die großen Marken, sondern eher regionale Einzelhändler nach, die von den niedrigen Mieten profitieren, die sich infolge des langen Leerstandes mittlerweile eingestellt haben“, so Rudloff. Was dieser als Schwachpunkt wertet, sieht Stadtmanager Stefan Schlichte als Plus für Hameln: „Gerade die regionalen kleinteiligen Geschäfte gehören in unsere Altstadt. Sie machen sie unverwechselbar“, argumentiert Schlichte, der auch den Mietpreisverfall für Geschäftsimmobilien als beendet betrachtet: „Den gab es zwar zunächst, aber der ist inzwischen an einem Punkt angelangt, wo sich beide Seiten auf ein verträgliches Maß geeinigt haben“, so der Stadtmanager. In einem Punkt stimmt Schlichte Rudloffs Report rückhaltlos zu: „Er beschreibt die Chancen der Altstadt, indem er auflistet, was sie attraktiv macht, wo ihre Stärken liegen. Das propagieren wir auch.“ Vor allem der Bäckerstraße hat der Comfort-Geschäftsführer eine „hohe Aufenthaltsqualität mit ihren Altbauten“ attestiert und damit „gute Chancen, ihr ohnehin moderates Mietpreisniveau zu halten“. Verantwortlich macht Rudloff Magneten wie C & A und H & M.

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Größere Investitionen seien in den nächsten Jahren in Hameln nicht zu erwarten, schließt Rudloff, auch wenn er den Kauf des ehemaligen Hertie-Hauses durch Rossmann als „Einzeldeal“ positiv hervorhebt. „Rossmann würde kein Geld in die Hand nehmen, wenn er kein Zukunftspotenzial für Hameln sähe“, hält Kirsten Jackenkroll dagegen. Den Grund dafür, dass sich Investoren in Hameln noch zurückhalten, sieht die Centermanagerin vor allem in der Sanierung der Fußgängerzone. Kein Mensch wisse, wann, wo und wie lange gebuddelt werde. Und Baustellen animierten nicht gerade zu Investitionen.



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