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Philologenverband Niedersachsen greift in Debatte ein

„Hameln braucht weiterhin drei Gymnasien“

Hameln (red). Der Philologenverband Niedersachsen steht der Schulform „Integrierte Gesamtschule“ (IGS) kritisch gegenüber. Das betont Cord Wilhelm Kiel, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes des Philologenverbandes und Lehrer am Albert-Einstein-Gymnasium in Hameln. Damit reiht sich die Lehrerorganisation ein in den Chor der Kritiker um Elternverbände sowie das Aktionsbündnis „Schüler wollen lernen“.

veröffentlicht am 05.01.2013 um 12:20 Uhr
aktualisiert am 24.05.2013 um 14:02 Uhr

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„Vergleichsstudien haben in den vergangenen 15 Jahren mehrfach belegt, dass das durchschnittliche Leistungsniveau von Absolventen Integrierter Gesamtschulen weit unter dem Niveau von Gymnasial- und auch deutlich unter dem Niveau von Realschülern liegt“, erklärt Kiel. Außerdem zeigten diese Studien, dass die soziale Einbindung verschiedener Schülergruppen an Integrierten Gesamtschulen weit weniger gelinge als an Schulen des gegliederten Schulwesens. „Damit kann die Schulform Integrierte Gesamtschule in Deutschland ihre sich selbst gesetzten Ziele nicht erreichen“, meint der Lehrer. Vor zwei Jahren seien diese Fakten in der Diskussion über die Einrichtung einer Integrierte Gesamtschule in Hameln genannt worden.

Nach Meinung des Philologenverbandes braucht Hameln mit seinem differenzierten und durchlässigen Schulwesen, bestehend aus drei allgemeinbildenden Gymnasien, drei Berufsschulzentren inklusive unterschiedlich ausgerichteter Fachgymnasien sowie den Haupt-, Real- und Förderschulen keine zusätzliche Schulform. „Zudem ist bekannt, dass Gesamtschulen erheblich teurer sind als Schulen des gegliederten Schulwesens“, sagt Kiel. „Es scheint allerdings leider der Fall zu sein, dass diejenigen, die aus ideologischen Gründen das bestehende Schulwesen durch eine flächendeckende Neugründung von Gesamtschulen aushöhlen und auf Dauer ersetzen wollen, jeder Art von sachlichen Argumenten nicht zugänglich sind“, sagt Kiel. Dazu gehörten in Hameln jene Lokalpolitiker, „die ohne Not unbedingt und möglichst schnell eine Gesamtschule vor Ort einrichten wollen“.

Kiel warnt davor, dass in Hameln Kinder zwangsweise auf eine Integrierte Gesamtschule geschickt werden, weil es nicht mehr genug Plätze an den Gymnasien gibt. „Hameln braucht weiterhin drei Gymnasien mit ihren vielfältigen Bildungsangeboten“, fordert Kiel. Nur dann könnten alle an Gymnasien angemeldeten Schüler dort auch aufgenommen werden. „Ich fordere von der Politik ein klares Bekenntnis zu allen Hamelner Gymnasien, wozu selbstverständlich eine Erhaltung und Stärkung des Albert-Einstein-Gymnasiums gehört – und damit auch ein Bekenntnis zum freien Elternwillen.“

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass die Integrierte Gesamtschule doppelt so teuer zu werden droht wie geplant. Aber auch ein angeblich fehlendes pädagogisches Gesamtkonzept dient Kritikern als Argument.



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