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Landesbischof Jürgen Johannesdotter spricht sich für Umdenken aus / Ursprung in Allerheiligen

Halloween zum christlichen Brauch machen

Bückeburg (epd). Der schaumburg-lippische Landesbischof Jürgen Johannesdotter hat dazu aufgerufen, Halloween zu einem christlichen Brauch zu machen. Das Licht in einem ausgehöhlten Kürbis, der von einer Kerze erleuchtet wird, könne auch als Symbol für Christus stehen, sagte der Bischof in der neuesten Ausgabe der evangelischen Zeitschrift "ELAN" in Bückeburg: "Es ist schön, wenn dahinter eine Botschaft steht, die mit Christus und Licht der Welt und Nächstenliebe zu tun hat. Nur Erschrecken ist mir zu wenig."

veröffentlicht am 27.10.2006 um 00:00 Uhr

Zurück zum Ursprung, meint Landesbischof Jürgen Johannesdotter:

Johannesdotter weist darauf hin, dass Halloween ursprünglich auf den christlichen Feiertag Allerheiligen am 1. November bezogen war. In seiner heutigen Form habe der Brauch aber seine historische Substanz verloren: "Von der heidnisch-christlichen Wurzel ist nur noch das Heidnische übrig geblieben, ohne dass man es als Heidnisches erkennt." Der Brauch komme heute einem Event-Bedürfnis entgegen, transportiere aber keine Botschaft. Laut Johannesdotter war es in der Geschichte immerüblich, Bräuche umzudeuten. Im Zuge der christlichen Heidenmission seien heidnische Bräuche christlich neu interpretiert worden. Wenn der Brauch wieder einen christlichen Inhalt habe, könne Halloween ins kirchliche Leben einbezogen werden. Er zeigte sich aber auch besorgt, dass Halloween zunehmend in Konkurrenz zum evangelischen Reformationstag am 31. Oktober trete. Die Kirche müsse sich fragen lassen, ob sie mit der reformatorischen Botschaft die Menschen heute wirklich erreiche. Der aus den USA stammende Grusel-Brauch Halloween wird in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November begangen. Der Name leitet sich ab von "All Hallow's Eve", dem Abend vor Allerheiligen. Irische Einwanderer hatten das aus uralten keltischen Wurzeln stammende Brauchtum nach Amerika gebracht. In der Nacht, so glaubten die vorchristlichen Bewohner des heutigen Irland und Wales, betraten die Seelen Verstorbener und böse Geister die Menschenwelt. Fackeln und Feuer, wie das Licht im Kürbis, halfen, das Böse zu vertreiben.

Jürgen Johannesdotter
  • Jürgen Johannesdotter

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