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„Beschwerliche Briefschaften“: Werden sie noch einmal öffentlich in Holzminden zu sehen sein?

Haller-Film feiert seine Premiere in Holzminden

Holzminden (spe). 14 Tage im Oktober und November 2007 wurden Holzminden und Umgebung zur Kulisse für das Filmprojekt von Jakob Haller. Der 26-jährige Regiestudent drehte in seiner Heimatstadt seine Abschlussarbeit für die Filmakademie Athanor im bayerischen Burghausen. Am Samstag feierte der Streifen im Hörsaal der HAWK Premiere – nichtöffentlich. Haller hatte seine Schauspieler und Filmcrew mitgebracht und die Holzmindener Nebendarsteller, Sponsoren und Unterstützer sowie die Familie um sich versammelt, um seine „Beschwerlichen Briefschaften“ zu präsentieren.

veröffentlicht am 02.02.2009 um 19:04 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 16:21 Uhr

Jakob Haller im Gespräch mit seinem handverlesenen Publikum im H
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Eigentlich sollte sein Film um eine ungesund mitfühlende männliche „Kummertante“ einer Tageszeitung, Miss Lonelyhearts (Rainer Dobernig), schon im Sommer öffentlich in Holzminden Premiere feiern. Doch besonders der Schnitt zog sich länger hin als geplant, weil auch der Film viel länger wurde. Aus über 20 Stunden abgedrehten Filmmaterials hat Jakob Haller (Drehbuch, Produktion, Regie und Schnitt) einen 65-minütigen Film geschnitten.

Eigentlich wollte der 26-Jährige die „Briefschaften“ im Holzmindener Kino öffentlich zeigen, doch Haller waren die Kosten zu hoch. So fand die Premiere unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die rund 80 Premierengäste am Samstag im Hochschulhörsaal waren gespannt auf das Ergebnis und wurden von einem „etwas aufgeregten“ Jungfilmer empfangen. Haller öffnete ein kleines Universum des Zwischenmenschlichen, Abgründe inklusive. Seine Protagonisten, allen voran der sensible Miss Lonelyhearts, für den die Probleme seiner Leserbriefschreiber zu seinen eigenen werden, tragen schwer am Weltschmerz zwischen Liebe und Leid und an ihrer persönlichen Isolation. Haller spielt mit Licht und Schatten und absoluter Stille. Trotz aller Düsternis in Bildern und Dialogen hat Hallers Film humorvolle Momente, weckt Hoffnung.

Klar, dass zu einer Filmpremiere eine Feier gehört: Im Jazz-Club saßen Regisseur, Crew und Gäste nach der Vorführung gemütlich zusammen. Doch schon bald muss das Werk vor Experten bestehen: Am 24. Februar wird der angehende Regisseur seinen Film der Prüfungskommission an der Filmakademie vorführen. Haller bewirbt sich mit seinen „Beschwerlichen Briefschaften“ um die Teilnahme an Filmfestivals. Die Stadt Holzminden hat zugesagt, eine öffentliche Aufführung in Holzminden zu unterstützen.



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