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TSV mit drei Neuverpflichtungen aus Litauen, Tschechien und vom TTC Altena

Hagenburg startet mit "Multi-Kulti-Truppe"

Tischtennis (la). "Nach den Abgängen von Lennart Wehking und Ran Wei war es schwierig drei neue Spieler für unser Regionalligateam zu finden. Aber es ist uns gelungen", sagt TSV-Boss Wolfgang Linke zufrieden. Am vergangenen Wochenende konnte er "seine" neuen Spieler zum ersten Mal persönlich begrüßen und sich einen Einblickin ihre Spielstärke verschaffen.

veröffentlicht am 26.08.2006 um 00:00 Uhr

Das neue Team des TSV Hagenburg mit (v.l.) Arturas Orlovas, Patr

Denn ganz einfach ist es mit den "Neuen" nicht! Die neue Nummer eins ist ein Mann aus dem Westen: Ara Karakulak. Der 24-Jährige wechselte vom Regionalligadritten TTC Altena ans Steinhuder Meer. Experten bescheinigen dem Spitzenspieler Zweitligatauglichkeit. Karakulak hat erst kürzlich seinen größten Erfolg gefeiert Platz sieben beim Top-12-Turnier. Als neue Nummer drei konnten die TSV-Manager Wolfgang Linke und Matthias Erdmann den erst 18-jährigen litauischen Nationalspieler Kestutis Zeimys verpflichten. Diesen Kontakt hatte Arturas Orlovas geknüpft, der bereits in der vergangenen Saison für den TSV spielte. Zeimys hat Orlovas als Nummer Eins Litauens abgelöst und seine Stärke bei der diesjährigen Team-Weltmeisterschaft in Bremen unter Beweis gestellt. "Der 18-Jährige wird uns sicher Freude machen", meint Linke. Ein großer Vorteil sei, dass Orlovas und Zeimys beide in Vilnius leben und gemeinsam die 1600 Kilometer nach Hagenburg fahren können, wenn ein Punktspiel ansteht. Die dritte Neuverpflichtung ist der Tscheche Pavel Wawrosz, der bislang für den Post SV Zeulenroda in der Regionalliga aktiv war und jetzt für Hagenburg an Position vier um Punkte kämpfen wird. Komplettiert wird das Team durch Patrick Günther an Position zwei, Arturas Orlovas als Nummer fünf und Uwe Lindenlaub als Nummer sechs. Uwe Lindenlaub ist allerdings zurzeitnicht fit. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er die vergangenen drei Monate nicht trainieren und hinter seinem Einsatz beim ersten Punktspiel steht noch ein dickes Fragezeichen. Daher steht Spielertrainer Stefan Bork schon in den Startlöchern, um unter Umständen einzuspringen. Auch der Neuzugang der Hagenburger Reserve, Alexander Demin, könnte in der Ersten zum Einsatz kommen. Der 20-Jährige kommt vom Ost-Oberligisten Egelner SV Germania und soll die Verbandsligamannschaft des TSV verstärken. Die neue Hagenburger Regionalligamannschaft wird in Insiderkreisen als Favorit der Staffel genannt. "Unser Ziel ist es unter die ersten drei Plätze zu kommen. Natürlich peilen wir auch wieder die Meisterschaft an", so Linke. Ob dann allerdings der Aufstieg in die 2. Bundesliga verwirklicht werden könnte, stehe noch in den Sternen. Selbst für diese Saison ist Linke nicht sicher, ob die Finanzierung wirklich steht. "Nach dem Bundesliga-Crash bin ich vorsichtig geworden. Das war eine sehr schmerzliche Erfahrung", so Linke. Zwar sei er mit einem gesicherten Etat für die Saison angetreten und habe von zahlreichen Sponsoren die Unterstützungszusage für diese Saison, aber ob sich auch alle daran halten, könne er schließlich nur hoffen. Die Firma Tibahr hält jedenfalls zum TSV und stattete das Team zu Sonderkonditionen mit neuen Trikots und Trainingsanzügen aus. Schwierig könnte sich auch das Verhältnis der Hagenburger Fans zu der "Multi-Kulti-Truppe" entwickeln. Schließlich haben vier von sechs Spielern keine Bindung zur Seeprovinz und reisen ausschließlich zu den Punktspielen an. Die Namen sind fast unaussprechbar und Gespräche können nicht einmal die Spieleruntereinander führen. "Orlovas übernimmt die Rolle des Dolmetschers für Zeimys und Wawrosz und sonst versuchen wir uns mit einem Mix aus Deutsch und Englisch zu verständigen", berichtet Linke. Die Akzeptanz der Fans hänge zum Großteil davon ab, wie sich das Team in der Halle präsentiert und benimmt. Karakulak hat gerade in diesem Punkt allerdings nicht die besten Empfehlungen. Am Tisch gilt er als sehr hitzköpfig und "rastet gern auch mal aus". Noch steht nicht fest, wie der TSV Hagenburg in dieser Saison seine Doppel aufstellt. Schließlich kennen sich die Spieler nicht. Aber in den nächsten zwei Wochen will man sich noch zwei bis drei Mal zum Training treffen und die stärksten Paarungen ausfindig machen. Am Sonnabend, 9. September, um 16 Uhr startet der TSV Hagenburg dann an eigenen Tischen in die neue Regionalliga-Saison. Der TSV Süderbrarup ist der erste Gegner der Seeprovinzler. In der vergangenen Saison hatten die Hagenburger die Partie klar gewonnen. "Wir müssen abwarten, wie der Saisonstart verläuft und wie sich das neue Team findet und zusammen passt", so Linke. Die weiteren Gegner des TSV: SV Bolzum, SV Blau-Weiß Borssum, SV Siek, Oberalster VfW, SC Charlottenburg, MTV Hattorf, SV Friedrichsort, Tennis Borussia Berlin II, TuS Celle, MTV Jever.

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