weather-image
12°

„Hätten gerne hier am Krankenhaus operiert“

Rinteln (crs). Eine Rintelner Chirurgie-Praxis sucht einen zusätzlichen Raum für ambulante Operationen – und findet diesen nicht etwa am Krankenhaus Rinteln mit seinen durchaus freien OP-Kapazitäten, sondern in Minden. Wie passt das zusammen?

veröffentlicht am 25.05.2010 um 18:19 Uhr
aktualisiert am 04.12.2012 um 18:19 Uhr

Für Dr. Peter Kalbe, der durch den Einstieg eines dritten Partners in die alteingesessene chirurgische Gemeinschaftspraxis Bedarf an zusätzlichen OP-Zeiten hatte, war Rinteln erste Wahl: „Wir hätten gerne hier am Krankenhaus operiert.“ Zwar habe es seitens der Krankenhaus-Geschäftsführung eine generelle mündliche Zusage gegeben, auf eine zweiseitige „Wunschliste“ mit konkreten Vorstellungen hingegen nie eine schriftliche Antwort. „Wir mussten aber etwas Konkretes in der Hand haben“, schildert Kalbe den Handlungsdruck durch die Praxiserweiterung, der schließlich den Schritt nach Minden zur Folge hatte.

Dass es für die zögerliche Haltung seitens des Krankenhauses gute Gründe gegeben habe, erläutert Geschäftsführer Christian von der Becke. Der neue Partner nämlich, Dr. Karl-Heinz Thielke, wollte auch nach seinem Einstieg in die Rintelner Praxis zunächst noch in Teilzeitanstellung als Oberarzt in der Chirurgie des Mindener Johannes-Wesling-Klinikums beschäftigt bleiben. Als „schwierig“ bewertet von der Becke eine Kooperation bei ambulanten Operationen in dieser Konkurrenzsituation zum Klinikum Minden – schließlich verdient ein Krankenhaus nicht vor allem mit ambulanten Operationen, sondern im stationären Bereich. Anders formuliert: Wären Thielkes Patienten also allesamt stationär in Minden gelandet, hätte sich das Krankenhaus Rinteln ins eigene Fleisch geschnitten.

Als sich der Arzt dann doch entschieden hatte, seine Position in Minden ganz aufzugeben, bemühte sich von der Becke in einem persönlichen Gespräch darum, die Chirurgen doch noch ins Rintelner Krankenhaus zu holen. „Da waren die Dinge aber schon zu weit fortgeschritten“, bedauert von der Becke. Und betont das „große Interesse“ an einer weitestgehenden Vernetzung des stationären und ambulanten Sektors. „Wir sehen uns als Dienstleister der Ärzte und machen möglich, was geht.“

Kalbe kann die Perspektive des Krankenhauses aufgrund der zunächst unklaren Situation nachvollziehen. Und auch wenn sein Kollege an der Chirurgischen Innenstadt-Klinik Minden „optimale Verhältnisse“ vorfinde, sieht Kalbe die Tür zum Rintelner Krankenhaus nicht zugeschlagen: „Das heißt nicht, dass wir nicht auch hier etwas machen könnten – wir sind für Gespräche und Kooperationen offen.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt