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Jugendfreizeitstätte bleibt, was sie ist: Gastwirt Mirko Stjepanovic hat seine Hotelidee aufgegeben

"Hätte nichts zu Lasten der Jugendlichen getan"

Bückeburg. Die Jugendfreizeitstätte am Bahnhof bleibt, was sie ist: ein Refugium für junge Leute zum Treffen, Spaß haben, Lernen. Mirko Stjepanovic hat seine Idee ad acta gelegt, sein neben der Stätte gelegenes Hotelrestaurant Jetenburger Hof zu vergrößern: "Vor erst werde ich gar nicht erweitern", sagt der Gastronom.

veröffentlicht am 22.04.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:05 Uhr

Hotelier Mirko Stjepanovic (r.) und Bürgermeister Reiner Brombac
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Thomas Meinecke Redakteur zur Autorenseite

In den vergangenen Wochen hatte es einige Aufregung umÄußerungen gegeben, Stjepanovic wolle der Stadt die Immobilie Jugendfreizeitstätte abkaufen, um diese nach Umbau seinem Hotel anzugliedern. "Ich habe mir Gedanken gemacht, wie ich mein Hotel so erweitern kann, dass ich überraschend erscheinende Busgäste unterbringen kann", räumt der Gastwirt ein, derlei Pläne verfolgt zu haben. Er setzt jedoch im gleichen Atemzug nicht nur ein unüberhörbares "aber" dahinter. Das erste: "Diese Überlegungen liegen Jahre zurück." Das zweite: "Wenn ich schon erweitern will, dann möglichst nah am jetzigen Standort; die Jugendfreizeitstätte war damals eine von mehreren Möglichkeiten." Das dritte: "Zu keinem Zeitpunkt ist es meine Absicht gewesen, die Jugendlichen ihrer Heimstatt zu berauben; ich habe doch immer ein sehr gutes Verhältnis zu der Einrichtung und zu den jungen Leuten gehabt." Und als bedürfte es dafür noch eines Beweises, sagt der begeisterte VfL-Bückeburg-Fan - er sponsert jedes dritte Tor, das die Grün-Weißen in einem Spiel schießen - im Gespräch spontan zu, den Bau der geplanten Skaterbahn ebenfalls mit einem erklecklichen Obolus zu unterstützen. Wie Mirko Stjepanovic weiter erläutert, habe er nach Gesprächen im Familienrat schon vor längerem entschieden, jegliche Erweiterungspläne vorläufig nicht weiter zu verfolgen. Davon hat er auch Bürgermeister Reiner Brombach in Kenntnis gesetzt, der beim Pressegespräch mit am Tisch sitzt. Auch Brombach bestätigt die Gespräche, die er "in früherer Zeit" mit Stjepanovic "mit großer Ernsthaftigkeit" geführt habe. Die Position der Stadt sei von Anbeginn an klar gewesen: "Für uns hatte immer der Erhalt der Jugendfreizeitstätte Vorrang." Aber das hätte man dem Gastwirt und Hotelier seinerzeit gar nicht klar zu machenbrauchen. Brombach: "Mirko hätte nie etwas zu Lasten der Jugendlichen getan." Was bleibt? Ein Unternehmer hat seinem Berufsstand Ehre gemacht - er wollte etwas unternehmen. Durchaus im berechtigten Eigeninteresse, aber auch zum Nutzen der Stadt, denn die könnte ein busfähiges Hotel ja durchaus noch gebrauchen. Ein Verwaltungschef hat Gespräche geführt, die man in dieser Position eben führen muss. Er hat dabei unterschiedliche - in diesem Fall sogar gegensätzliche - Interessenlagen ausbalancieren müssen. Und der Chef des Bückeburger Stadtmarketings, der sich schon Kraft seines Amtes dafür einzusetzen hat, die Stadt für Touristen attraktiver zu machen - und Sønke Lorenzen tut's bekanntermaßen seit Jahren - hat der Idee neue Dynamik geben wollen. Aber da hatte der Unternehmer seine Idee schon wieder verworfen. So was kann passieren. So was darf passieren.

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