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Landessuperintendent Liebig warnt vor Ungleichgewicht / Jubiläumsfeiern im "Sonnenhof"

"Haben gemeinnützig geführte Heime Zukunft?"

Obernkirchen (sig). Gleich drei Ereignisse auf einmal gab es im Seniorenzentrum "Sonnenhof" zu feiern. Zum einen konnte der "Verein Obernkirchener Altersheim" auf ein 40-jähriges Bestehen zurückblicken. Nur fünf Jahre jünger ist der "Sonnenhof", der am 1. Oktober 1973 als das zu seiner Zeit modernste Altersheim im Schaumburger Land eröffnet wurde. Und schließlich hat der im "Sonnengarten" untergebrachte ambulante Pflegedienst die ersten fünf Jahre seines Bestehens erfolgreich hinter sich gebracht.

veröffentlicht am 06.10.2008 um 00:00 Uhr

Werner Hobein

Der frühere langjährige Vorsitzende des Vereins, Hans-Reinhard Schuder, weilte bereits am Vormittag des ereignisreichen Tages im "Sonnenhof". Zu diesem Zeitpunkt gab es einen ökumenischen Gottesdienst für die Heimbewohner mit Pastor Herbert Schwiegk und dem Dechanten Matthias Ziemens. Für die musikalische Begleitung sorgte die Pianistin Regina Ackmann. Nachmittags folgte eine festliche Kaffeetafel im großen Speisesaal. Hier sprach der derzeitige 1. Vorsitzende Eberhard Hesse ein Grußwort. Regina Ackmann (Klavier) und Marianne Leidig (Harfe) gestalteten diese Zusammenkunft eindrucksvoll aus. An gleicher Stelle gab es zunächst einen Sektempfang, bevor abends der eigentliche Festakt begann. Eröffnet wurde er von Eberhard Hesse und dem Geschäftsführer dieser Einrichtungen, Werner Hobein. Im weiteren Verlauf folgte ein Grußwort des Superintendenten Andreas Kühne-Glaser vom Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg. Die Festrede hatte der Superintendent Joachim Liebig von der Landeskirche Schaumburg-Lippeübernommen. Er befasste sich eingehend mit der Zukunft von freien gemeinnützig geführten Einrichtungen mit stationärer Pflege. Als eine nicht zu übersehende Benachteiligung bezeichnete er die Bezahlung von Vollzeitpflegekräften, die sich von denen nicht gemeinnütziger Heime deutlich unterscheide. Die seien nämlich nicht an den Tarifvertrag der Diakonie in Niedersachsen gebunden. Liebig: "Die Konkurrenzlage ist dadurch schwierig, aber wir wollen keine Lohndrückerei. Es wird häufig über die Gebührenfreiheit von Kindergartenplätzen geredet, was ich auch als richtig empfinde; jedoch die Pflege im Alter wird ganz allein unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet. Die Gesellschaft müsse eine Abkehr von dieser Denkweise vornehmen und darüber entscheiden, auf welchem Level künftig die Betreuung der Senioren erfolgen soll. Schließlich spielt auch die Qualifizierung der Mitarbeiter und der dafür notwendige Aufwand eine wichtige Rolle." Die Landkreise seien für die Heimaufsicht der Betriebe mit stationärer Pflege zuständig. Da sie aber selber Träger solcher Einrichtungen sind, müssten sie sich auch selbst kontrollieren. Auch darüber müsse, so Liebig, gesprochen werden. Er lehnte die Auffassung eindeutig ab, dass die alten Menschen ihren Lebensabend "sozialverträglich" verbringen sollten. Das heiße im Kern, dass man möglicht wenig für sie aufwenden wolle und sich sogar die Frage stelle, ob es vom 75. Lebensjahr an noch die notwendige Medizin geben sollte. Liebig: "Wir konzentrieren uns stattdessen stark darauf, unsere Häuser zukunftsfähig zu machen , unter anderem in den Bereichen der Demenz- und Palliativbetreuung." Nach diesen klaren und sehr deutlichen Worten unterstrich noch Bürgermeister Oliver Schäfer die Bedeutung der drei Einrichtungen für die Bewohner des Einzugsbereiches der Bergstadt. An den Festakt, zu dem auch die "Schaumburger Märchensänger" beitrugen, schloss sich ein geselliges Beisammensein an.



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