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Zusätzliche Güterzüge

Habe kein Verständnis für Blockadehaltung

Unter den Mitgliedern der BI wundert man sich also, dass es bislang in Emmerthal nur wenig Mitstreiter gibt. Vielleicht liegt es ja daran, dass die Emmerthaler die Bahnstrecke mit ihren Vorteilen durchaus zu schätzen wissen.

veröffentlicht am 07.11.2019 um 20:57 Uhr

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Zu: „Zusätzliche Güterzüge nerven Anwohner“, vom 30. Oktober


Der im Rathaus immer wieder als „Infrastrukturperle“ bezeichnete Bahnhof mit seinen 52 werktäglichen S-Bahn-Halten, der Direktverbindungen nach Paderborn und Hannover ermöglicht und zu den Hauptverkehrszeiten einen 30-Min-Takt bietet, ist ein nicht zu unterschätzender Standortvorteil.

Aber dieser Bahnhof wäre nicht das, was er ist, wenn er nicht durch eine leistungsfähige Infrastruktur mit dem restlichen Eisenbahn-Streckennetz verbunden wäre. Die zweigleisige elektrifizierte Hauptbahn Hannover-Soest bietet wunderbare Voraussetzungen für ein solches Zugangebot. Selbst die Verdichtung zum ganztägigen Halbstundentakt in Emmerthal und Bad Pyrmont im Vorgriff auf den Deutschlandtakt ist ohne weiteren Infrastrukturausbau möglich und bereits fest in der Planung.

Die zeitweise gestreuten Behauptungen, der SPNV würde bei zunehmendem Güterverkehr zurückgehen, sind völlig haltlos (siehe Zielnetz 2030). Die Strecke ist gerade deshalb so gut ausgebaut, weil sie regulär Güterverkehr aufnimmt. Und dabei ist sie keine Gütermagistrale, sondern eine Ausweich- und Entlastungsstrecke für den Güterverkehr zwischen Hannover und Kassel bzw. dem Ruhrgebiet.

Von solchen Voraussetzungen wie in Emmerthal können Fahrgäste aus Coppenbrügge, Voldagsen und Osterwald nur träumen: Hier halten nur 36 Züge am Tag, mehr als ein Stundentakt ist wegen der Streckenkapazität nicht möglich. Die geplante Ausbaumaßnahme würde hier auch für den SPNV viel Luft nach oben schaffen.

Noch nie war der überregionale politische und gesellschaftliche Konsens so eindeutig für eine Stärkung des Schienenverkehrs wie aktuell im Angesicht des Klimawandels. Bis 2030 sollen Fahrgastzahlen verdoppelt und bis 2025 der Elektrifizierungsgrad von derzeit 61 Prozent auf 70 Prozent erhöht werden. Dies bedarf einer erheblichen Kraftanstrengung und ist nur mit mutigem und entschlossenem politischen Handeln möglich, wie die Allianz pro Schiene in einer Pressemitteilung vom 28. Oktober 2019 vorrechnet.

An der Sinnhaftigkeit des von der BI bekämpften Projektes gibt es unter den Verkehrsexperten keinen Zweifel. Ich habe Verständnis für Forderungen nach Lärmschutz oder nach einem Ersatz für den Bahnübergang an der Emmerthaler Hauptstraße, aber ich habe kein Verständnis für diese an der Verkehrsrealität völlig vorbeigehende Blockadehaltung.

Die Deutungshoheit für ein solches Verkehrsprojekt sollte nicht einer BI überlassen werden, die mit Verkehrswende und Verkehrsbedürfnissen (regional über überregional) nichts am Hut hat, sondern ausschließlich eigene Interessen vertritt.



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