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Philologenverband nimmt SPD-Bildungsprogramm aufs Korn

Gymnasien von Schließung bedroht?

Landkreis (jcp). Der Ortsverband Stadthagen des Philologenverbandes Niedersachsen schlägt Alarm: Alle Gymnasien des Landes seien von der Schließung bedroht, wenn die Forderungen von SPD und Grünen nach einer für alle Schüler verpflichtenden Einheitsschule Wirklichkeit werden sollten.

veröffentlicht am 14.12.2007 um 00:00 Uhr

So stehe es schwarz auf weiß in den bildungspolitischen Programmen dieser Parteien, erklärten die Lehrkräfte Nele Marie Schwarz und Thomas Schmidt vom Wilhelm-Busch-Gymnasium und Karsten Speck vom Ratsgymnasium, die als Delegierte am diesjährigen Niedersächsischen Philologentag in Goslar teilgenommen haben. Tatsache sei, so die drei Lehrkräfte, dass bei den bisherigen Leistungsvergleichen in Deutschland das derzeitige gegliederte Schulwesen deutlich besser abgeschnitten habe als die Gesamtschulen. Auch hätten viele Gesamtschulländer wie die USA, Italien, Spanien und Norwegen beim PISA-Test schlechter abgeschnitten als Deutschland. Da die Eltern sich bei freier Wahl nicht für die Einheitsschule entschieden, solle diese nach dem Willen von Rot-Grün nun zwangsweise eingeführt werden. Schmidt, Schwarz und Speck warfen insbesondere der SPD vor, die Eltern und die Öffentlichkeit über ihr klar ausgesprochenes Ziel einer Zwangs-Einheitsschule für alle zu täuschen, weil sie um deren Unpopulariät wüssten. So sei in den "weichgespühlten" Wahlkampfbroschüren nur davon die Rede, dass man die Eltern überzeugen will und die neuen Einheitsschulen vorerst nur dort eingeführt werden sollen, wo Eltern dies wünschten. Dabei werde verschwiegen, dass dies nur für eine Übergangszeit gilt und die Überzeugungsarbeit in einer Kampagne mit "unseriösen pädagogischen Heilsversprechungen" bestehen soll. Weiterhin hieß es, dass die Mehrzahl der Politiker von SPD und Grünen ihre Kinder ohnehin auf Schulen des gegliederten Schulwesens oder auf Privatschulen schicken und um das Gesamtschulangebot einen Bogen machen. Es werde "öffentlich Wasser gepredigt und heimlich Wein getrunken".



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