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Familien sollten sich frühzeitig über Schulformen in der neuen Heimat informieren

Gute Noten trotz Umzug

Beim Umziehen müssen Familien an vieles denken, nicht zuletzt an den Schulwechsel. Ist das Umzugsdatum variabel, sollten Eltern es an den Schuljahres- oder Halbjahresbeginn anpassen, rät Tobias Funk, Abteilungsleiter Schulen des Sekretariats der Kultusministerkonferenz in Berlin. „Dann erhält das Kind noch ein Zeugnis, das den neuen Lehrern Aufschluss über seinen Lernstand gibt.“ Und es habe die Möglichkeit, sich in der neuen Schule gemeinsam mit seinen neuen Mitschülern in neue Inhalte einzuarbeiten. Die Wahl der Schule sollten Eltern seiner Meinung nach möglichst früh angehen, am besten zeitgleich mit der Wohnungssuche.

veröffentlicht am 06.01.2015 um 00:00 Uhr

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Autor:

Barbara Erbe

Denn außerhalb von Großstädten sei die Auswahl häufig überschaubar. „Da gibt es oft sowieso nur ein, zwei Schulen, die infrage kommen.“ Auch bei den Grundschulen gelte meist, dass Kinder die Schule besuchen, in deren Einzugsgebiet sie wohnen. Weiterführende Schulen gliederten sich in allen Bundesländern in zwei Typen: Gymnasien und Schularten mit zwei oder drei verschiedenen Bildungsgängen und -abschlüssen. „Die tragen zwar die unterschiedlichsten Namen, sind sich aber im Grunde alle recht ähnlich.“

Zur Information über Schularten und Bildungswege haben die Länder eigene Internetseiten eingerichtet. „Dort sind in der Regel auch die zuständigen Ansprechpartner benannt“, so die stellvertretende Vorsitzende des Bundeselternrats, Andrea Spude. Häufig seien die Seiten der Schulämter auch mit denen örtlicher Schulen verlinkt. Hilfe bieten auch die Landeselternvertretungen.

Vergleichsweise unproblematisch ist ein Umzug, wenn ein Kind erst eingeschult werden soll, meint Spude. Hier sind für Eltern vor allem Informationen über das Einschulungsalter, die Dauer der Grundschulzeit – vier oder sechs Jahre – und das Angebot an Ganztagsschulen wichtig. Komplizierter werde es, wenn Kinder in die weiterführende Schule oder in die gymnasiale Oberstufe wechseln. „Da kann die Frage, welche Schulart im neuen Bundesland der bisherigen entspricht, schon mal schwierig sein.“

Deshalb sei es wichtig, sich über die Voraussetzungen für den angestrebten Abschluss zu erkundigen: Welche Fremdsprache muss wie viele Schuljahre belegt worden sein? Was sind die Pflichtfächer? Welche Naturwissenschaften werden in welchem Jahrgang unterrichtet?

Bei einem Wechsel in die Oberstufe ist es auch wichtig, welche Leistungskurse und Fächerkombinationen zukünftig möglich sind und wie bereits erbrachte Leistungen angerechnet werden. „Diese Fragen sollten in einem Gespräch mit der jeweiligen Schulleitung gestellt werden“, rät Spude. Darüber hinaus können auch die für die Schulform zuständigen Ansprechpartner im Schulamt Auskunft geben. Wechselt ein Kind von der Grund- in die weiterführende Schule, erkennt das aufnehmende Bundesland grundsätzlich die in der vorherigen Schule ausgesprochene „Eignung“ für die künftige Schullaufbahn an. So kann eine Viertklässlerin, die von ihrer hessischen Grundschule eine Empfehlung für das Gymnasium erhalten hat, auch in Sachsen oder Bayern das Gymnasium besuchen, erläutert Henning Gießen vom bayerischen Kultusministerium. Hat sie von ihrer Herkunftsschule allerdings eine Empfehlung für die Haupt- oder Realschule erhalten, könnte sie zwar in Hessen direkt aufs Gymnasium wechseln, wo für die weiterführende Schulwahl der Elternwille ausschlaggebend ist. „Nicht aber in Sachsen oder Bayern, wo die Einschätzung der Lehrer für wichtiger befunden wird.“ Umgekehrt ist es durchaus möglich, dass ein Kind, das in Bayern bereits die fünfte oder sechste Gymnasialklasse besucht, nach einem Umzug eine sechste Grundschulklasse in Berlin besucht. Das wäre kein „Rückfall“, betont Tobias Funk von der Kultusministerkonferenz. „Denn das Kind würde entsprechend dem neuen Schulsystem auf dem Stand der sechsten Klasse unterrichtet.“

Neue Lehrer, neue Klasse: Am stressfreiesten ist für Kinder ein Schulwechsel zum Halbjahr.dpa



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