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Unsere Zeitung zeichnet die Gewinner des Lyrik-Wettbewerbs "Schaumburg dichtet" aus

"Gute Lyrik - das ist wie Malen mit Worten"

Landkreis (rnk). Zehn Bände der formidablen "Frankfurter Anthologie" für Tobias Viere, drei für Stefanie Schulte-Rolfes, zwei weitere Gedichtbände für Ilona Uschmann: Gestern hat unsere Zeitung die Hauptgewinner unseres Gedichtwettbewerbs "Schaumburg dichtet" ausgezeichnet - mit Lyrikbänden, die deutlich den heutigen hohen Stellenwerts des Gedichts unterstreichen.

veröffentlicht am 29.01.2007 um 00:00 Uhr

Ausgezeichnete Lyriker: Stefanie Schulte-Rolfes, Tobias Viere un

Die Resonanz warüberwältigend: Viele, viele Leserinnen und Leser sind der Einladung unserer Zeitung im letzten Jahres gefolgt und haben weit über 100 Gedichte eingeschickt, die zweierlei belegen: Die Lyrik hat nach wie vor ihren Platz im Herzen der Schaumburger - und unsere Leser können dichten. Auch wenn sie auf Reime bewusst verzichten, wie Tobias Viere, der von der vierköpfigen Jury einstimmig auf den ersten Platz gesetzt wurde (wir berichteten). Klare Bilder, ungewohnte Assoziationen, emotionale Momente - Viere weiß, wie er den Leser packt. Erst in der Oberstufe, so erzählt der Bückeburger, habe er zur Lyrik gefunden: Durch die Gedichte von Erich Fried habe er verstanden, welche Ausdrucksmöglichkeiten sie bietet. Das Weben von Worten, das Spielen mit ihnen, das reizt Stefanie Schulte-Rolfes am stärksten bei der Beschäftigung mit Gedichten. "Gute Lyrik, das ist wie Malen mit Worten", erklärt die Borstelerin und Zweitplatzierte des Wettbewerbs. Während sich Viere und auch Ilona Uschmann eher als "saisonale Dichter" (Viere) betrachten, also dann zur Feder greifen, wenn die Muse sie küsst, dichtet Schulte-Rolfes zwar nur, wenn sie Zeit hat, dafür aber kontinuierlich. Sie hat auf dem literarischen Felde durchaus noch Ambitionen undüberlegt, ob sie für ihre Reise- und Hausfrauengeschichten sowie natürlich ihre Gedichte in nächster Zeit einen Verlag suchen wird. Dabei könnte ihr sicherlich Jurymitglied Kristiane Allert-Wybranietz helfen, schließlich ist die gebürtige Obernkirchenerin Deutschlands auflagenstärkste Nachkriegslyrikerin. Sie wird allen drei Gewinnern im Rahmen eines Workshops im Mai deren (neue) Gedichte und Geschichten lektorieren. Dabei sein wird dann auch Ilona Uschmann aus Krankenhagen, die den dritten Platz belegte. Sieüberzeugte die Jury nicht nur durch die starken Bilder, die sie fand, sondern auch durch ihr Thema: Sie nutzte die Lyrik, um eine schmerzhafte Trennung zu verarbeiten. In diesem Sinne: Der Lyrik weiterhin eine Gasse!

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