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Bürgerinitiative zweifelt Messergebnisse zur Schadstoffbelastung an

Gutachterstreit tobt ums Kraftwerk

Veltheim (wm). Nach dem Rechtsstreit tobt jetzt ein Gutachterstreit um die Luftverschmutzung durch das Gemeinschaftskraftwerk Veltheim (GKW). Das Kraftwerk hatte - nachdem im Februar testweise mit der Müllverbrennung begonnen worden ist - eine Messstation auf der Lüchte bei Porta Westfalica aufstellen lassen. Die Werte werden durch das Westfälische Umweltzentrum in Höxter von Professor Wolfhelm Bitter ausgewertet.

veröffentlicht am 26.10.2007 um 00:00 Uhr

Der will am kommenden Dienstag, 30. Oktober, um 14 Uhr die Messergebnisse für März bis Mai und Juni bis August dieses Jahres in einer Pressekonferenz im Kraftwerk vorstellen. Die Bürgerinitiative "Saubere Umwelt ohne Müllverbrennung im GKW" zweifelt schon im Vorfeld diese Ergebnisse an. Bereits im Juni dieses Jahres habe der Professor nach Meinung der Bürgerinitiative "vorschnell" dem Kraftwerk einen Persilschein ausgestellt und die Autobahn als größten Luftverschmutzerin der Region genannt. Außerdem habe der Professor wenige Wochen nach Aufstellung des Messcontainers vorgeschlagen, die Messungen für Quecksilber, Dioxine und Furane einzustellen, weil die Werte derart deutlich unter den zulässigen Parametern lägen, dass eine weitere teure Untersuchung nicht mehr nötig sei. Die Vorsitzende der Bürgerinitiative, Birgit von Lochow, fragt sich, wie der Professor solch weitreichende Aussagen treffen könne, obwohl der genehmigte Anteil der Müllverbrennung noch keineswegs vom Kraftwerk voll ausgeschöpft werde. Gegen die Interpretation spreche auch das "Emissionskataster Luft" des Landesumweltamtes: Nach den dort veröffentlichen Daten sei nicht die Autobahn, sondern das Gemeinschaftskraftwerk der größte Luftverschmutzer im gesamten Kreis Minden-Lübbecke. Die Messergebnisse von Professor Bitter sollen am 6. November auch interessierten Bürgern in einer eigenen Veranstaltung vorgestellt werden.



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