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Neue Verkehrszahlen für die Altstadt / Im Dingelstedtwall kaum Durchgangsverkehr

Gutachter rechnen hoch: Bei Sperrung 2500 Fahrzeuge weniger

Rinteln (wm). Die jetzt von den Dipl.-Ingenieuren Rainer Dargel und Felix Bögert von der Planungsgemeinschaft Verkehr vorgelegte Untersuchung der Verkehrsströme in der Rintelner Altstadt bestätigt den Eindruck der Anwohner in der Mühlenstraße wie Brennerstraße, an einer Landesstraße zu wohnen. 8200 Fahrzeuge zählten die Gutachter hier in 24 Stunden, was der Belastung einer Landesstraße entspricht.

veröffentlicht am 24.05.2007 um 00:00 Uhr

Typisches Bild: Alle wollen durch die Mühlen- und Brennerstraße,

Doch das Gutachten korrigiert auch subjektive Eindrücke: So ist der Dingelstedtwall keineswegs, wie von den Anwohnern beklagt, eine Durchgangsstraße geworden. Nach den Dargel-Erhebungen nutzen lediglich zwischen zehn und zwanzig Prozent aller Verkehrsteilnehmer (morgens weniger, nachmittags mehr) den Wall als Abkürzung. Die überwiegende Mehrzahl kommt vom Dingelstedtwall oder will dort hin. Ebenfallsüberraschend: Doppelt soviel Autofahrer queren die östliche Altstadt von der Krankenhäger Straße in Richtung Brücke wie umgekehrt. Und das hat einen ganz plausiblen Grund: Wer von Norden nach Süden will, muss den Umweg über die Schulstraße in Kauf nehmen, umgekehrt fährt man glatt durch. Für Gutachter Dargel der Beweis, dass Umwege wie eine unübersichtliche Verkehrsführung Autofahrer abschrecken. Deutlich auch ein Trend zwischen Weserbrücke und Exter Weg: Nicht die Pendler, die morgens zur Arbeit fahren, belasten hier die Statistik, wie vielfach angenommen, sondern der "Nachmittagseinkaufsverkehr" in Richtung Nordstadt, wie die Gutachter ermittelt haben. Das zeigen die Zahlen: Morgens zwischen 7 und 9 Uhr sind 426 Fahrzeuge gezählt worden, die über die Mühlenstraße in Richtung Brücke abgebogen sind, zwischen 15 und 18 Uhr waren es 816 Fahrzeuge. Dargel und Bögert rechneten auch hoch, was weitere Maßnahmen bringen würden. So schätzen die beiden Gutachter, dass sich die Verkehrsbelastung auf der Mühlen- wie Brennerstraße um 1000 Fahrzeuge pro Tag reduzieren ließe, würde man die schon diskutierten Poller im Bereich Kreuzsstraße/Ritterstraße/Schulstraße einbauen. Weitere rund 1500 Fahrzeugbewegungen fielen weg, würde sich der Rat zu einer Sperrung des Exter Weges entschließen. Zusammen machen beide Maßnahmen unter dem Strich rund 2500 Fahrzeuge weniger pro Tag. Erster Stadtrat Jörg Schröder, der gestern die Verkehrszählung erläuterte, betonte, jetzt müsse "die Politik" entscheiden, ob 1000 oder 2500 Fahrzeuge weniger den Preis einer Sperrung der östlichen Altstadt wert sind. Die von Dargel wie Bögert vorgeschlagenen Maßnahmen seien nicht neu, dafür ließen die jetzt vorgelegten Zahlen keine Zweifel mehr an den Verkehrsströmen aufkommen. Ermittelt worden seien die Verkehrszahlen durch einen Kennzeichenabgleich an Ein- wie Ausfahrten in die östliche Altstadt Schröder: "Das sind absolut verlässliche Zahlen, präziser geht es kaum".



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