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Rodenberger Allee: Ingenieurbüro stellt Wirtschaftsausschuss Ergebnisse vor / Kosten lägen bei mehr als 830 000 Euro

Gutachter: Kanäle lassen sich grabenlos sanieren

Bad Nenndorf (rwe). Der Nenndorfer Wirtschaftsausschuss hat sich dafür ausgesprochen, die maroden Kanäle in der Rodenberger Allee im grabenlosen Verfahren sanieren zu lassen. Mehr als 830 000 Euro dürfte es vermutlich kosten, das Regenwasser- und Schmutzwassersystem auf diese Weise in Stand zu setzen. Das hat das beauftragte Ingenieurbüro aus Uelzen kalkuliert.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 07:19 Uhr

Nach dem Abschied vom Planungsbüro Peters stellte nun Diplom-Ingenieur Karsten von der Ohe den Politikern vor, wie sich die Kanäle sanieren ließen, ohne dafür die Straße oder Bürgersteige aufreißen zu müssen. Der "zertifizierte Kanalisierungsberater" kam bei der Bestandsaufnahme zum gleichen Ergebnis wie seine Vorgänger. Die gut 50 Jahre alten Regenwasserkanäle sind reparaturbedürftig, eingebrochen, teilweise zugewachsen und mit schadhaften Stutzen. Er stellte kurz zwei Verfahren vor, wie sich Betonrohre sanieren ließen: entweder durch den Einzug von Kunststoffrohren oder durch das Einbringen eines mit Harz gefüllten Mantelschlauches. Dies im Detail zu planen, wäre erst der nächste Schritt, sollten sich die Räte in Stadt und Samtgemeinde für das Verfahren entscheiden. Als aufwändig dabei dürfte sich nach Worten des Ingenieurs die Reparatur der stark beschädigten Hausanschlüsse gestalten, für die am Anfang und Ende einzelne Kopflöcher nötig wären. Von der Ohe: "Auch ein grabenloses Verfahren geht nicht ganz ohne graben." Zudem konnte er 15 Anschlüsse nicht bewerten, weil diese bei der Kamerafahrt nicht zugänglich gewesen seien. Im schlimmsten Fall müssten die Arbeiter die Rodenberger Allee 15 Mal kreuzen, um die Leitungen zu den Häusern zu sanieren. Grundsätzlich sei das grabenlose Verfahren möglich, versicherte von der Ohe. Durch die Sanierung verschlechtere sich der Abfluss des Wassers nicht, auch wenn sich der Querschnitt der Kanäle dadurch leicht verringern würde. Nach Hochrechnungen mit einem dreijährigen Regenereignis empfahl er, das System ohnehin an zwei Stellen durch Querverbindungen zu ergänzen und so die Hydraulik zu verbessern. Es sei nicht nötig, die Kanäle im Zuge der Sanierung aufzuweiten. Ob das überhaupt unterirdisch möglich ist, weiß er nicht, da er die Lage anderer Versorgungsleitungen nicht kenne. CDU-Ratsherr Werner Bövers hegte Zweifel, das Verfahren in der vorgestellten Form anzuwenden. Überall werde der Durchmesser der Kanäle erhöht, in der Rodenberger Allee solle nun das Gegenteil geschehen. "Wir verlieren 15 Prozent im Querschnitt." Bövers sah bereits Beschwerden über Hochwasser kommen. Diese Bedenken versuchte von der Ohe zu zerstreuen. Durch die glatte Oberfläche in den eingezogenen Plastikrohren fließe das Wasser schneller ab. Die Politiker waren sich einig, Geld in den Haushalt 2008 für die Kanäle aufzunehmen. Bauamtsleiter Bernhard Kampen legte ihnen nahe, sich auch auf eine Sanierungsart festzulegen. "Sonst kommen wir nicht weiter und haben wieder Monate Stillstand." Bövers war dagegen, schon die Richtung vorzugeben. "Wir sollten uns bedeckt halten." WGN-Ratsherr Frank Steen schlug vor, nach dem Konzept des Ingenieurbüros vorzugehen. Dem schlossen sich die vier SPD-Vertreter an. Die drei Mitglieder aus der Gruppe CDU/FWH/FDP enthielten sich der Stimme.

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