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Waren die Entlassungen aus diesem Grund rechtens? Das Arbeitsgericht Hameln muss jetzt entscheiden

Gummibärchen genascht – Marktkauf feuert Mitarbeiter

Rinteln/Hameln (crs). Haben Marktkauf-Mitarbeiter zu Recht ihren Job verloren, weil sie Schokoriegel und Gummibärchen genascht haben? Um diese auf den ersten Blick skurrile Frage geht es heute vor dem Arbeitsgericht Hameln: Der Rintelner Marktkauf wertete nämlich die Selbstbedienung aus einer Kiste unverkäuflicher und deshalb aussortierter Süßigkeiten im vergangenen November als Diebstahl – acht Mitarbeiter verloren in Rinteln ihren Job.

veröffentlicht am 09.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Gummibärchen

Vor das Hamelner Amtsgericht sind jetzt vier von ihnen gezogen – und gehen damit gegen die Vorwürfe der Unternehmensleitung an. Der Hessisch Oldendorfer Rechtsanwalt Markus Schwenk von der Rintelner Sozietät Sasse vertritt die mittlerweile arbeitslosen früheren Marktkauf-Mitarbeiter. Für den heutigen Prozesstermin ist er optimistisch: „Es sieht gut aus.“ Vor Gericht steht die Beweisaufnahme an: War es den Mitarbeitern gestattet, die aussortierten Süßigkeiten zu verzehren? Hierzu wird ein früherer Marktkaufleiter gehört – „und der hat immer wieder bestätigt, dass dies gängige Praxis war“, betont Schwenk. Offenbar sei auch das Gericht dieser Überzeugung: „Ein zweiter früherer Marktleiter soll gar nicht mehr gehört werde …“

In der Zwischenzeit habe die Firma Marktkauf etwa 20 verbliebene Mitarbeiter zu „hochnotpeinlichen Verhören vorgeladen“, sagt Schwenk. Mit dem Ergebnis, dass die vermutlich unter Druck stehenden Mitarbeiter zu Protokoll gaben, sich nicht erinnern zu können. Ob es vor Gericht überhaupt noch zu einer Aussage dieser Mitarbeiter kommt, hält Schwenk indes für fraglich.

In den letzten Monaten hatten auch andere Entlassungen bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Die einer Berliner Kassiererin, die zwei Leergutbons im Gesamtwert von 1,30 Euro einsteckte, und jene eines Arbeiters im Ruhrgebiet, der sein Handy auf der Arbeit aufgeladen hatte – die mutmaßliche Schadenssumme lag bei 0,00014 Euro.



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