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Erbrechtstage: "Vererben, schenken - Ratschläge zur steuerlich optimalen Gestaltung"

Grundbesitz schon zu Lebzeitenübertragen

Bückeburg (mig). "Leider kann ich Ihnen diesmal keine Nachrichten mehrüber die Handball-WM anbieten," begrüßte Sparkassen-Vorstand Rolf Watermann die Gäste im Rathaussaal launig. Zum Abschluss der Erbrechtstage kamen noch einmal viele Besucher im Bückeburger Rathaussaal zusammen. Trotz fehlender sportlicher Neuigkeiten wurde der Abend interessant: auf der Agendastand das hochaktuelle Thema "Vererben, schenken - Ratschläge zur steuerlich optimalen Gestaltung."

veröffentlicht am 09.02.2007 um 00:00 Uhr

Erst kürzlich hatte das Bundesverfassungsgericht in der Sache geurteilt und dabei Missstände angeprangert: Weil auf Immobilien weniger Erbschaftssteuer anfalle als auf Barvermögen oder Aktien, sei der Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt. Vom obersten Gericht erging deshalb der Auftrag diesen Zustand in spätestens zwei Jahren abzustellen. In seinem Referat machte Dr. Michael Messner deutlich, was damit auf Schaumburgs Erblasser und Erben zukommen könnte: vor allem Hausbesitzer würde es treffen, wenn demnächst der Verkehrswert und nicht mehr der Steuerwert Berechnungsgrundlage wäre. "Ein Zweifamilienhaus, das vielleicht 400 000 Euro teuer ist, für das sie aber nur wenig Miete bekommen, wird dann nach dem Verkehrswert berechnet und so schlechter gestellt," erläuterte der Rechtsanwalt. Viele Zuhörer konnte der Steuerrechtler aber beruhigen - solange die hohen Freibeträge beibehalten werden (bei Ehepartnern beispielsweise über 300 000 Euro) müsse sich niemand Sorgen machen. "Der Oma ihr klein Häuschen wird es nicht treffen," machte Messner deutlich. Probleme gebe es erst, wenn das Erbe ein größeres Volumen aufweise - Messner riet deshalb dazu, Besitz schon zu Lebzeiten an die Nachkommen zu übergeben. "Nach neuem Recht wird es auf keinem Fall besser," prognostizierte er. Das Fazit der Reihe fällt rundum positiv aus: "Das waren die erfolgreichsten Erbrechtstage überhaupt," freute sich Werner Nickel, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse. An jedem Abend war der Saal voll besetzt, insgesamt informierten sich rund 1700 Gäste.

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