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Dickes Einwohnerplus: Haste ist kreisweit Spitzenreiter und will Heinrich Bremer zum Kaiser küren

Grünkohl, Pinkel - und eine große Prise Politik

Haste (tes). 60 Kilo Grünkohl, 225 Würste, 25 Kilogramm Kasseler und eine Prise Politik: Mehr braucht es nicht zum fröhlichen Beisammensein. Wie immer, wenn die Haster Runde zum Grünkohlessen bittet, ist kein Teller leer und kein Thema unkommentiert geblieben. Das beliebte Festmahl im Bürgerhaus knüpft an die Tradition der Fasselabende an und lockt seit sechs Jahren Alt und Jung zum Schlemmen und Diskutieren.

veröffentlicht am 09.02.2008 um 00:00 Uhr

Grünkohl verbindet: Der Vorsitzende Heinrich Holstein (v.l.) und

"Willkommen Sie alle, die Sie Fans des Brassica oleracea sind", begrüßte Friedrich Riechmann die 140 Gäste mit einem Loblied auf eine Pflanze, die in aller Welt als Delikatesse gilt: Grünkohl. Jenem Gemüse, das in Verbindung mit Gerstenmehl sogar bei Schlangenbissen Linderung verschaffen soll. Eine Schlange formierte sich tatsächlich - in Form von Wartenden vor den Töpfen des Kochteams der Gaststätte Seegers. Alljährlich treffen sich alle Vereine, Organisationen und Bürger, um bei Grünkohl und Pinkel über Haster Anliegen zu sprechen. Passend zum Thema der diesjährigen Ausstellung am 8. und 9. März berichtete Heinrich Holstein, Vorsitzender der Haster Runde, von der Geschichte der Haster Vereine sowie über die Bedeutung der Zahl 13 für das Haster Vereinsleben. "Das Haus ist voll", freute sich auch Bürgermeister Sigmar Sandmann und konnte sich einen kleinen Scherz auf Kosten der Kreisstadt nicht verkneifen. "Stadthagen schrumpft, Nenndorf trotzt dem Trend." Im Hinblick auf das Bevölkerungswachstum verfüge die Samtgemeinde über ein Pfund, mit dem sich wuchern lasse. "Die Gemeinde Haste ist kreisweit Spitzenreiter beim Anstieg der Einwohnerzahlen", sagte der Bürgermeister und sah die Gründe dafür in der vorausschauenden Baulandplanung, guter Infrastruktur und der Anbindung an die Landeshauptstadt. Nicht nur junge Familien ließen sich hier nieder, sondern auch Senioren wählten Haste als neues Zuhause. Folglich muss die Gemeinde den Gürtel nicht enger schnallen: Durch die Zuwächse fließt mehr Geld in der Kasse. "Wir haben eine zufiedenstellende bis gute Finanzsituation und können ohne Schulden finanzieren." Mit dieser Mitteilung sorgte Sandmann ebenso für Beifall wie mit dem Ausblick auf Projekte wie Fußwege und Straßenausbau. Zum Thema Fahrradtunnel an der B 442 steht am 21. Februar eine öffentliche Anhörung an. Applaus erntete auch Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese. "Erstmals haben wir die 17 000 Einwohnermarkeüberschritten." Woran das liegt? Jedenfalls nicht, wie ein Bürgermeister aus der Nachbarschaft vermutet habe, am Bahnhof in Haste. "Ich wusste gar nicht, dass Stadthagen keinen Bahnhof hat", schmunzelte Reese und erklärte den wahren Grund: "Wir sind gesucht als Wohnort, sind gastfreundlich und gesellig." So motiviert habe er auch die kleine Enttäuschung überwunden, dass die S-Bahn mit dem Namen "Bad Nenndorf" in Haste getauft worden war. Von der Reinigungsaktion der Bahn hätten ohnehin beide Orte profitiert. Zudem hoffte Reese: "Warum sollte ein Zug nicht mal den Namen Haste tragen. Denweihen wir dann in Bad Nenndorf ein." Positiv vermeldete der Samtgemeindebürgermeister die neugeschaffenen Hortplätze sowie die neuen Toiletten in der Grundschule. Ärgerlich sei hingegen der fortdauernde Vandalismus an der Friedhofskapelle. Pfarrer Stefan Bringer erinnerte zum Schluss mit einem Gedicht an den letzten Tag vor der Fastenzeit, dem eigentlichen Anlass für die Feier. Auf große Resonanz stieß Riechmann mit dem Vorschlag, Gemeindedirektor Heinrich Bremer im nächsten Jahr zum Grünkohlkaiser zu küren. "Welche Schaumburger Kommune hat schon einen Kaiser als Oberhaupt. Damit kämen wir ins Guinness- Buch der Rekorde."



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