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Fachausschuss spricht sich für SPD/FDP/WIR-Antrag aus

Grünes Licht für Anruf-Auto

Samtgemeinde Rodenberg (bab). Das geplante Anruf-Auto in der Samtgemeinde Rodenberg hat die erste Hürde umfahren. Der Ausschuss für Wirtschaft und Fremdenverkehr hat empfohlen, es zum 1. Dezember andernfalls zum 1. Januar einzuführen. 10 000 Euro für dieses Projekt wurden im Haushaltsentwurf aufgenommen. Jede Tour soll den Fahrgast 3,50 Euro kosten. Ermäßigt wird bei Gruppen, Kindern und Jugendlichen.

veröffentlicht am 29.10.2007 um 00:00 Uhr

Günther Wehrhahn von der Verwaltung stellte den Antrag der SPD/FDP/WIR-Gruppe vor, zu dem sich die Verwaltung bereits Gedanken gemacht hat. "Wir haben uns überlegt, einen einfachen Weg zu gehen mit einem geringen Risiko für die Samtgemeinde", verglich er die geplante Variante mit anderen Möglichkeiten wie beispielsweise der Einrichtung eines Bürgerbusses mit festem Fahrplan. Letzteres sei ein "enormer Verwaltungsaufwand" und sehr kostenintensiv. In der Samtgemeinde soll ein Taxi-Unternehmer die Bürger ausschließlich bei Bedarf abholen. Der Fahrpreis wird von der Samtgemeinde subventioniert. "Wir glauben so ein individuelles Abholen ist besser als ein Bus mit festen Zeiten und festen Haltestellen", sagte Wehrhahn. Jedoch sei für die Einführung eine Abstimmung mit dem Landkreis und der SVG nötig. Gespräche seien bereits geführt worden. Jetzt muss die Verwaltung noch nachweisen, dass das Vorhaben keine Konkurrenz zumöffentlichen Personennahverkehr darstellt. In dieser Hinsicht ist Wehrhahn zuversichtlich. "Ich habe überprüft, welche Linien in den Orten überhaupt bestehen", erklärte Wehrhahn. Er habe herausgefunden, dass in einigen Orten außerhalb des Schulbusverkehrs keine Verbindungen existieren. "In den Ferien haben die Bürger aus Feggendorf oder Kleinhegesdorf keine Möglichkeiten, irgendwo hinzukommen",musste der Verwaltungsfachmann feststellen. Deshalb sehe er auch gute Chancen, vom Landkreis und SVG grünes Licht zu bekommen. Der Bürger, der das Anruf-Auto bestellt, um Einkäufe, Arztbesuche oder Behördengänge zu erledigen, soll für die Fahrt 3,50 Euro zahlen. Rollstühle, Gehhilfen und Kinderwagen können ebenfalls mitgenommen werden. Teilen sich mehrere das Auto (bis zu acht Personen), reduziert sich der Fahrpreis fürjeden um einen Euro. Kinder unter sechs Jahren fahren gratis, alle anderen Kinder und Jugendliche sollen zwei Euro bezahlen. Die Samtgemeinde trägt die Differenz zu den Taxikosten. Der Antrag sieht vor, das Angebot montags bis freitags von 7.30 bis 18 Uhr vorzuhalten. Es wurde diskutiert, ob der Sonnabendvormittag dazugenommen werden sollte. Börries von Hammerstein (CDU) erhofft sich bei der Zusammenarbeit mit örtlichen Taxi-Unternehmern einen Rabatt. "Das wäre sonst nicht gerecht." Friedrich-Wilhelm Platte (CDU) aus Pohle äußerte im Ausschuss Befürchtungen, dass sämtliche Taxifahrten in der Samtgemeinde nun subventioniert würden. Keine Probleme werden gesehen, wenn das Angebot von den Bürgern nicht angenommen wird. "Für die Samtgemeinde wird es dann günstiger", sagte Heinrich Oppenhausen (SPD), Mitinitiator des Antrags. Der Ausschuss empfahl schließlich, das Vorhaben umzusetzen und dafür 10 000 Euro im Haushalt vorzusehen. Mit Taxi-Firma Kühl in Lauenau wurde bereits verhandelt. Jetzt will Wehrhahn noch Thienel in Rodenberg ansprechen.



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