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Neujahrsempfang der Partei im "Ambiente" / Wulff bekommt sein Fett weg / Mitglieder sehen das Land reif für den Wechsel

Grüne kritisieren den "Mann ohne Eigenschaften"

Bückeburg (mig). Es grünt so grün: Mit einem Neujahrsempfang im "Ambiente" haben sich die Kreis-Grünen am Wochenende auf den kommenden Landtagswahlkampf eingestimmt. Auch wenn die Atmosphäre mit Kabarett und politischem Plausch eher gelöst war, rührten die Hauptredner kräftig die Wahlkampftrommel.

veröffentlicht am 16.01.2008 um 00:00 Uhr

Ursula Helmhold: "Wulff ist ein Mann ohne Eigenschaften, der Neb

In seiner Begrüßung beschwor der Kreisvorsitzende Thomas Künzel ("schön, dass wir mal wieder in Bückeburg sind") eine Wechselstimmung und stellte mit Dörte Steenken-Krüger, Anja Piel und Ursula Helmhold "drei starke Frauen" vor. Das in diesem Jahr gleich drei Landtagskandidatinnen vor den rund 60 Mitgliedern und Funktionsträgern standen, mag manch ein Mitglied schon etwas verwundert haben. Ursula Helmhold, Landtagskandidatin der Grünen im Wahlkreis 37, nutzte diese Steilvorlage, um über die "Zerschlagung des Wahlkreises" auch auf den Abzug vieler Schaumburger Behörden und die Benachteiligung durch den kommunalen Finanzausgleich aufmerksam zu machen. "Das ist eine große Sauerei", machte sie unter großem Applaus deutlich. Ebenso angriffslustig zeigte sich die Rednerin beim Thema Bildung. "Viele Kinder müssen von den Gesamtschulen abgelehnt werden, in Schaumburg bekommen rund 80 Prozent der Eltern nicht den Elternwillen." Auf die zuletzt vorsichtig-positiven Aussagen Wulffs möchte die Politikerin dabei lieber nicht bauen. "Dann hätten Sie es doch längst machen können", konterte sie und stellte dem Ministerpräsidenten ein schlechtes Zeugnis aus: "Wulff betreibt eine Politik der Beliebigkeit." Aus einem grünen Blickwinkel nahm Helmhold auch den Wahlkampf-Dauerbrenner "Jugendkriminalität" unter die Lupe und ging vor allem mit der hohen Schulabbrecherquote hart ins Gericht. "Die Schläger in der U-Bahn lassen sich nicht mit Warnschussarrest oder fünfzehn statt zehn Jahren Haft von ihren Taten abhalten", sagte Helmhold, die außerdem eine eindeutige Haltung der Landesregierung vermisste. "Wulff ist ein Mann ohne Eigenschaften, der Nebel durch das Land pustet." Etwas andere Akzente als die niedersächsische Spitzenkandidatin setzte Landtagskandidatin Anja Piel (Wahlkreis 38 Hameln/Rinteln). Sie verwies auf gemeinsame Umweltprobleme der Wahlkreise Hameln/Rinteln und Nienburg/Schaumburg (Weserversalzung), sowie eine Gefahr von Rechtsaußen ("hier in Schaumburg sitzt eine personell sehr unangenehme Rotte"). Insgesamt sei die Zeit "reif für den Wechsel", stimmte sie die Mitglieder ein. "Wir sind gut aufgestellt und können das reißen." Ebenso wie ihre Vorrednerinärgerte sich Dörte Steenken-Krüger (Wahlkreis 39, Nienburg-Schaumburg) über den "Zynismus" in Sachen Wesereinleitung, legte ihren Schwerpunkt aber auf die Bildungspolitik. Hier monierte die Grundschullehrerin, dass sich durch das "hektische PISA-Getue" nicht viel geändert habe, "wir tun nur so, sind aber nicht besser geworden." Und kritisierte den "wackelnden Wulff": "In Schaumburg können viele Kindern nicht in die Gesamtschule aufgenommen werden." Als sich nach dem Applaus ein kleiner Schreihals zu Wort meldete, nahm Steenken-Krüger diese Vorlage auf. "Wenn du alt genug bist, haben wir das Schulsystem hoffentlich geändert."

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