weather-image
×

Handwerker, Psychologe, Pflanzenliebhaber: Floristen brauchen viele Talente

Grüne Daumen gesucht

veröffentlicht am 15.08.2015 um 00:00 Uhr

Rote Rosen für die neue Liebe oder ein schönes Gesteck für Oma: Floristen müssen nicht nur Blumen zu schönen Sträußen binden können. Sie brauchen außerdem ein Gespür für Psychologie. Denn Kunden verlassen vor allem dann zufrieden einen Blumenladen, wenn der Florist verstanden hat, was er gesucht hat.

Wer eine Ausbildung zum Floristen machen will, ist derzeit gefragt: Die Chance, einen Ausbildungsplatz und später einen Job zu finden, sei sehr hoch, sagt Jutta Peistrup von der Peter-Lenné-Schule in Berlin.

Im Jahr 2013 haben nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) nur etwa 1150 Lehrlinge die Floristik-Ausbildung begonnen. Die meisten Auszubildenden haben einen Realschulabschluss, denn Floristen brauchen zum Beispiel gute Mathematikkenntnisse – etwa, um Proportionen wie den Goldenen Schnitt zu berechnen oder ein Beet anzulegen. Mitbringen sollten Bewerber außerdem Zuverlässigkeit und ein Interesse an Biologie, Deutsch und Kunst.

Eine von den Auszubildenden ist Nicole Waldschmidt. Am Anfang war es für sie am schwierigsten, viele Blumen auf einmal in der Hand zu halten und die Form eines Straußes hinzubekommen. „Die Finger gewöhnen sich von Tag zu Tag mehr daran“, sagt die 22-Jährige im ersten Lehrjahr.

Drei Jahre dauert Waldschmidts Ausbildung zur Floristin bei Blumen- und Gartenkunst Tunger-Schnur in Berlin. Ihre Begeisterung für Blumen, das kreative Arbeiten und Neues auszuprobieren, haben Waldschmidt zu ihrem Berufswunsch gebracht.

Dabei kann die Arbeit durchaus körperlich anstrengend sein, erklärt Klaus-Peter Schmidt vom Fachverband Deutscher Floristen. Denn Floristen binden nicht nur Blumensträuße und Gestecke, sondern müssen den ganzen Tag stehen und oft schwere Säcke und Pflanzengefäße tragen.

Waldschmidts Arbeitstag beginnt morgens gegen 7.30 Uhr. Sie schneidet frische Schnittblumen an, die vom Großmarkt geliefert wurden, und gibt der Ware vom Vortag Wasser. Die Blumen werden nach Farbe und Höhe sortiert und im Laden und vor der Tür aufgebaut. Für den Verkaufsraum bindet Waldschmidt Sträuße und Gestecke. Dann bearbeitet sie Aufträge.

Nach Angaben des BIBB erhalten Floristikauszubildende im ersten Lehrjahr rund 240 bis 530 Euro brutto im Monat, im zweiten 330 bis 570 Euro und im dritten Jahr 370 bis 630 Euro. Ausgelernte Floristen verdienen als Angestellte in Blumenfachgeschäften, Gartencentern und Gärtnereien mit Blumengeschäft mindestens 8,50 Euro in der Stunde.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt