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Kreisjugendfeuerwehrtag in Rinteln / Nachwuchsorganisation mit 1868 Mitgliedern / Da tanzen sogar die Nonnen

Grote will Gründung von Kindergruppen vorantreiben

Rinteln/Landkreis (who). "Die rückläufige demografische Entwicklung hat jetzt auch die Jugendfeuerwehren erreicht", hat Schaumbu rgs Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote am Freitag beim Kreisjugendfeuerwehrtag im Rintelner Brückentorsaal gemahnt. Kinderfeuerwehren zu gründen und zwar so schnell wie möglich, sieht er unter anderem als Mittel, um einem Sinken der Mitgliederzahlen der Jugendfeuerwehren entgegenzuwirken.

veröffentlicht am 26.02.2008 um 00:00 Uhr

Zur Erinnerung an dieÜbernachtung bei den Klosterfrauen in Vecht

"Wir sind inhaltlich bestens aufgestellt", konnte Kreisjugendfeuerwehrwart Frank Lohmann dem Kreisbrandmeister und der Versammlung melden. Die Kreis-Jugendfeuerwehr begegne der Bevölkerungsentwicklung bereits erfolgreich mit der Gründung von Kinderfeuerwehren. Die aktuellen Zahlen: Zurzeit gibt es bereits 26 Nachwuchsgruppen für die Jugendfeuerwehren mit 394 Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis zehn Jahren. Die 92 Jugendfeuerwehren haben zurzeit 1474 Mitglieder, davon 37 Prozent weibliche. Der sichtbare Ausdruck der intensiven Nachwuchsarbeit: Bei 143 Übernahmen konnten im vergangenen Jahr so viele Jugendliche wie nie zuvor an die Einsatzabteilungen der Feuerwehren abgegeben werden. Dahinter stand ein Aufwand von 20 800 Stunden für feuerwehrtechnische Ausbildung und allgemeine Jugendarbeit. Zusammen mit der Vor- und Nachbereitungszeit der Betreuerteams, Zeltlagern und Fahrten sind insgesamt rund 79 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet worden mit Unterstützung von rund 450 zusätzlichen Helferinnen und Helfern, rechnete Lohmann vor. "Die formellen Weichen für die Zukunft sind gestellt", proklamierte der Kreisjugendfeuerwehrwart und stellte die wichtigsten Eckpunkte des Projekts Zukunftssicherung vor: Mit dem vor drei Jahren gegründeten eingetragenen Verein "Kreis-Jugendfeuerwehr Schaumburg" ist eine enge Verknüpfung zwischen Kreis-Jugendfeuerwehr,ihrem Förderverein auf Kreisebene sowie Kreisfeuerwehr und Kreisfeuerwehrverband geschaffen worden. Weiter soll beim Kreisjugendfeuerwehrtag 2009 in Hagenburg die Satzung durch eine Passus zu den Kinderfeuerwehren ergänzt werden. Der neue Fachbereich Jugendforum soll den bisherigen Fachbereich Kreisjugendring ersetzen. Frank Lohmann: Das Jugendforum, das auf Basis des Zeltlagerforums des 11. Kreiszeltlagers 2008 entstehen soll, ist dazu gedacht, "die stärkere Beteiligung der Jugendlichen an der Planung und Umsetzung ihrer Jugendarbeit zu gewährleisten". Die Kreisjugendfeuerwehr werde mit ihrem Jugendforum künftige Gemeinschaftsaktionen mit anderen Schaumburger Gruppen und Organisationen im Kinder- und Jugendbereich in Eigenregie organisieren. Hintergrund: Die Jugendfeuerwehr sieht den Kreisjugendring nicht mehr als geeignetes Organ für die Koordinierung ihrer spezifischen Belange. Die stellvertretende Landrätin Helma Hartmann-Grolm aus Rinteln bedauerte in ihrem Grußwort diesen Schritt der Feuerwehr-Jugendorganisation im Landkreis und hoffte auf ein Überdenken der Entscheidung. Mit dem Fachbereich Integration will die Kreisjugendfeuerwehr einen weiteren Baustein im neuen Konzept schaffen. Zum einen soll damit die Einbindung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in die Jugendarbeit der Feuerwehr angestrebt werden. Zum anderen soll der neue Fachbereich die Zusammenarbeit zwischen Jugendfeuerwehren und Einsatzabteilungen sowie den Verbleib von Jugendfeuerwehrmitgliedern in den Wehren weiter zu verbessern helfen. Die Kreis-Jugendfeuerwehr Schaumburg und der Förderverein Jugendfeuerwehr Schaumburg haben am 7. November 2007 mit der "Stiftung Kreis-Jugendfeuerwehr Schaumburg" weitere Verstärkung für die Förderung der Jugendarbeit bekommen. "Ein Glücksfall und zumindest bis heute auch eine Einmaligkeit in Niedersachsen oder sogar darüber hinaus", unterstrich Lohmann. Vorstand und Kuratorium der Stiftung hätten darüber hinaus beschlossen, die Erträge des Jahres für die Förderung des Kreiszeltlagers und des internationalen Jugendaustausches einzusetzen. Zu letzterem gehört auch die Partnerschaft mit der Jugendfeuerwehr von Gdow in Polen, die am 31. August 2007 mit der feierlichen Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen den Städten Bad Nenndorf eine solide Basis bekommen hatte. Mit einem Nonnen-Ballett wurde Rintelns ehemaliger Stadtbrandmeister Helmut Meier nach 30-jähriger Mitwirkung in der Leitung der Kreisjugendfeuerwehr verabschiedet. Der Auftritt der Cheerleader der Feuerwehr Krankenhagen sollte laut Lohmann erinnern an die denkwürdige und unvergessene gemeinsame Übernachtung nach einer Delegiertentagung der Kreisjugendfeuerwehr auf Bezirksebene. Damals sei die Schaumburger Abordnung tatsächlich in einem Nonnenkloster untergebracht gewesen. Die Ehrungen erscheinen im Vereinsmagazin unserer Zeitung am Donnerstag.



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